Schweizer Forschende klären Antibiotika-Persistenzen

11. Februar 2021 12:09

Zürich - Schweizer Universitäten haben die Funktionsweise persistenter Bakterien weiter aufgeklärt. Auch diese können wie resistente Bakterien Antibiotika-Behandlungen überstehen. Das bessere Verständnis könnte helfen, neue Behandlungen gegen persistente Infektionskeime zu entwickeln.

Ein Forschungsteam aus Schweizer Hochschulen hat persistente Bakterien genauer untersucht. Dabei konnte es zeigen, unter welchen Bedingungen Bakterien persistent werden. Als persistent werden solche infektiöse Keime bezeichnet, die ihre Aktivität in eine Art Dämmerzustand herunterfahren, um eine Behandlung mit Antibiotika auszuhalten. Nach der Therapie erwachen sie zu neuem Leben und verursachen wiederkehrende, schwierig zu behandelnde Infektionen. 

„Die Vorstellung, dass Bakterien ihren Metabolismus nicht anhalten, sondern lediglich verlangsamen und verändern, ist nicht ganz neu, aber noch umstritten. Unsere Studie bestätigt dies mit hoher Präzision“, wird Infektiologin Annelies Zinkernagel von der Universität Zürich in einer Medienmitteilung ihrer Hochschule zitiert. Sie hat diese Studie jetzt im Fachmagazin „PNAS“ publiziert.

Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen hatte dieses Schweizer Forschungsteam nicht mit gezüchteten, sondern mit direkt von Patienten gewonnenen Bakterien gearbeitet. Damit konnten sie besser analysieren, wie die Persistenzmechanismen funktionieren. Bei der Untersuchung aller bakterieller Proteine, des sogenannten Proteoms, zeigte sich etwa, dass eine umfassende molekulare Neuprogrammierung stattgefunden hatte. Sie bewirkte die Verlangsamung des Stoffwechsels.

Mit diesem besseren Verständnis der Persistenzmechanismen können nun eventuell neue Therapeutika entwickelt werden, heisst es in der Mitteilung. Einen weiteren Ansatz formuliert Zinkernagel: „Wenn es uns gelingt, das Wachstum dieser Bakterien zu reaktivieren, könnten sie sich den Antibiotika vermutlich nicht mehr entziehen.“ mm

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