Schweiz wird CO2-Emissionen in Peru kompensieren

14. Oktober 2020 13:44

Bern - Die Schweiz und Peru haben sich über Rahmenbedingungen geeinigt, mit denen die Schweiz eigene CO2-Emissionen über Projekte in Peru kompensieren kann. Ein entsprechendes Abkommen soll am 20. Oktober unterschrieben werden. Die Schweiz nimmt damit eine Pionierrolle ein.

Die Schweiz und Peru haben ein Abkommen getroffen, mit dem Schweizer CO2-Emissionen über Projekte in Peru kompensiert werden können. Es soll am 20. Oktober bei einer Videokonferenz von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und dem peruanischen Umweltminister Kirla Echegaray Alfaro unterzeichnet werden, informiert der Bundesrat in einer Mitteilung. Er hat das Abkommen an seiner Sitzung am 14. Oktober genehmigt.

Bei dem zwischenstaatlichen Abkommen handele es sich weltweit um das erste seiner Art, schreibt der Bundesrat. Die Schweiz nehme somit eine internationale Pionierrolle ein. Im Abkommen ist die Anwendung einer Methode vereinbart, mit der verhindert werden soll, dass die vermiedenen Emissionen doppelt angerechnet werden können. Zudem werden Kriterien definiert, die sicherstellen sollen, dass durch die Projekte weder die Umwelt belastet noch die Menschenrechte missachtet werden. Ein blosser Verdacht auf eine Verletzung von Menschenrechten oder nationaler Gesetzgebung reiche aus, um die Übertragung von Emissionsrechten aus dem betreffenden Projekt sofort auszusetzen, erläutert der Bundesrat.

Im Rahmen des Pariser Klimaabkommens hat sich die Schweiz verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 zu halbieren. Das Land will dies vor allem mit der Reduktion von Emissionen im Inland erreichen. Das Klimaabkommen erlaube aber auch die Kompensation von Emissionen über Projekte im Ausland, erläutert der Bundesrat. Mit dem Abkommen zwischen der Schweiz und Peru haben sich ihm zufolge nun erstmals zwei Staaten über die Rahmenbedingungen für ein solches Vorgehen geeinigt. hs

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