Schweiz verbraucht mehr Natur als ihr zusteht

08. Mai 2020 11:44

Zürich - Am 8. Mai ist der sogenannte Swiss Overshoot Day erreicht. Die Schweiz hat mit diesem Tag mehr von der Natur verbraucht, als ihr für das ganze Jahr 2020 zusteht. Danach lebt die Bevölkerung auf Kosten der kommenden Generationen.

Der Earth Overshoot Day markiert in einer jährlichen Kampagne des Global Footprint Network den Tag des laufenden Jahres, an dem die Menschen mehr an nachwachsenden Rohstoffen verbrauchen als die Erde in diesem Jahr reproduzieren kann. Die Schweiz hat ihn am Freitag erreicht.

Laut WWF Schweiz leben die Schweizerinnen und Schweizer ab sofort auf Pump und auf Kosten der kommenden Generationen. Ihr ökologischer Fussabdruck ist gross: Sie fliegen im Schnitt dreimal so viel wie die EU-Bürger, fahren die schwersten Autos in Europa und gehören weltweit zu den grössten Abfallproduzenten. Würden alle so leben wie die Schweizer Bevölkerung, wären die Ressourcen von drei Planeten notwendig, so der WWF in einer Medienmitteilung.

„Viele Schweizer haben den Eindruck, dass wir uns besonders umweltfreundlich verhalten“, schreibt WWF-Geschäftsleiter Schweiz, Thomas Vellacott. „Leider ist das Gegenteil wahr: Obwohl saubere und günstige Technologien vorhanden wären, setzen viele Privatpersonen, aber auch Unternehmer und Politiker auf stark umweltbelastete Ernährung, Verkehrsmittel oder Produktions- und Heizungssysteme.“ Dies verursache immer grössere finanzielle, soziale und ökologische Kosten, die von der Allgemeinheit getragen werden müssten.

Durch vier private Massnahmen könnte der Konsum-Fussabdruck laut WWF im Schweizer Durchschnitt um 35 Prozent gesenkt werden: per öffentlichen Verkehrsmitteln (öV) Urlaub in der Schweiz oder dem nahen Ausland machen, im Home Office arbeiten oder mit öV zur Arbeit pendeln, Öl- und Gasheizungen durch Solar-, Wärmepumpen- oder Holzheizung ersetzen und maximal 300 Gramm Fleisch pro Woche essen. mm

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