Schweiz schafft Strommix der Zukunft nicht allein

02. September 2021 11:59

Zürich - Unter der Leitung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben 25 Schweizer Wissenschaftseinrichtungen, Unternehmen und Bundesbehörden untersucht, wie eine bis 2050 stark ansteigende Nachfrage nach Strom ökologisch befriedigt werden kann. Ein Fazit: Importe werden notwendig bleiben.

Das Schweizer Energiesystem der Zukunft muss bis 2050 nicht nur 50 Prozent mehr Strom liefern als heute. Es muss auch möglichst viele negative Emissionen erzielen, etwa durch Abscheidung von CO2 aus der Luft und durch dessen langfristiger unterirdischen Speicherung, eventuell auch im Ausland. Laut einer Mitteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) werden auch Importe von erneuerbarem Strom nötig bleiben. 

Das sind Ergebnisse siebenjähriger Forschungen, die das Kompetenzzentrum für Energieforschung – Strombereitstellung (Swiss Competence Center for Energy Research – Supply of Electricity, SSCER-SoE) angestellt hat. Unter der Leitung der ETH Zürich waren 25 Schweizer Wissenschaftseinrichtungen, Industrieunternehmen und Bundesbehörden daran beteiligt. Mehr als 240 Forschende entwickelten und testeten neue Technologien sowie eine Optimierung bestehender Infrastrukturen.

Das grösste Potenzial berge die Photovoltaik. Deren Energie liesse sich in Batterien zwischenspeichern, für Pumpspeicherwerke nutzen sowie in Wärme oder Wasserstoff umwandeln. Auch die Potenziale von Wind, Biomasse und Geothermie müssten besser genutzt werden. Einen signifikanter Ausbau der Wasserkraft sei aus Umweltschutz- und Akzeptanzgründen unrealistisch. Daher würden weiterhin Stromimporte oder inländische Gaskraftwerke gebraucht.

Doch auch wenn alle Potenziale genutzt und die Effizienz bestehender Technologien und Energiesparmassnahmen gesteigert würden, werde die Schweiz für ihr Netto-Null-Ziel zusätzlich negative Emissionen benötigen. Technisch sei dieses Ziel erreichbar. Doch seien dafür „koordinierte und umfassende Anpassungen in vielen verschiedenen Bereichen notwendig, welche die gesamte Gesellschaft betreffen“, so Domenico Giardini, Professor an der ETH Zürich und Leiter des SCCER-SoE. „Wir dürfen zudem keine weitere Zeit verlieren.“ mm

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