Schweiz kommt relativ gut durch die Krise

05. August 2020 12:07

Zürich - Die allgemeine Geschäftslage entspannt sich zwar, doch betrachten 14 Prozent der Unternehmen ihre Existenz als gefährdet. Im europäischen Vergleich kommt die Schweiz aber relativ gut durch die Krise. Das zeigt die aktuelle KOF-Konjunkturumfrage der ETH Zürich.

In den meisten Branchen hat sich die Geschäftslage wieder etwas verbessert. Jedoch zeigt die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) mit ihrer Juli-Umfrage unter 4500 privatwirtschaftlichen Unternehmen, dass die Lage trotzdem schwierig bleibt. 

So geben rund 60 Prozent der teilnehmenden Betriebe an, dass sie der pandemiebedingte Nachfragerückgang stark in ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. Jedoch nimmt die Stärke des Einflusses laut einer Medienmitteilung ab. Trotz der Entspannungszeichen betrachten derzeit etwa 14 Prozent der Unternehmen ihre Existenz als stark oder sehr stark gefährdet.

Am grössten sind die Existenzängste im Gastgewerbe. Für das Gesamtjahr rechnet die Branche mit einer Umsatzeinbusse von fast 40 Prozent. Verarbeitendes Gewerbe und Baubranche erwarten in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von rund 10 Prozent. Doch auch für den „ansonsten erfolgsverwöhnten Bereich der übrigen Dienstleistungen ist der Weg zu einem Wert des Geschäftslagenindikators wie zu Jahresbeginn noch sehr weit“, heisst es in der Mitteilung. Einzig im Detailhandel hat dieser Indikator wieder die Werte vom Januar oder Februar erreicht.

Die KOF prognostiziert, dass die Schweizer Wirtschaft insgesamt im europäischen Vergleich relativ gut durch die Krise kommen wird. Sie erwartet, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 4,9 Prozent schrumpft. Für 2021 rechnet die KOF mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 4,1 Prozent.

Sollte es zu einer zweiten Infektionswelle kommen, würde sich nach Berechnungen der KOF ein Gesamtrückgang des BIP um 6 Prozent ergeben. In diesem Fall lasse sich für das kommende Jahr auf eine BIP-Wachstumsrate von 2,9 Prozent schliessen. mm

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