Schweiz kann Energiewende schaffen

08. März 2021 12:33

Villigen AG - Die Kapazität von Photovoltaikanlagen muss sich jedes Jahrzehnt verdoppeln, wenn die die Schweiz das Ziel von null Emissionen bis 2050 erreichen will. Gleichzeitig muss der CO2-Ausstoss pro Jahr um gut 1 Million Tonnen gesenkt werden. Das sind Ergebnisse einer Studie des Paul Scherrer Instituts.

Eine Studie des Paul Scherrer Instituts hat untersucht, was die Schweiz unternehmen müsste, um ihr Ziel von null Emissionen bis 2050 zu erreichen. Dafür seien „einschneidende Transformationen bei der Bereitstellung und dem Verbrauch von Energie in beinahe allen Bereichen“ erforderlich. So fasst Tom Kober, Leiter der Forschungsgruppe Energiewirtschaft am Paul Scherrer Institut (PSI), die Ergebnisse einer PSI-Studie zusammen. Kober gehört zu den Hauptautoren. 

Eine der zentralen Schlussfolgerungen dieser Studie lautet gemäss einer Medienmitteilung, dass sich die installierte Kapazität von Photovoltaikanlagen jedes Jahrzehnt bis 2050 mindestens verdoppeln müsste. So würde sich Sonnenstrom mit 26 Terawattstunden nach der Wasserkraft (zirka 38 Terawattstunden) zur zweitgrössten Technologiegruppe entwickeln.

Zusätzlich müssten private Autos grösstenteils elektrisch fahren. Dafür hätte bis 2030 jede dritte Neuzulassung ein vollständig elektrisch betriebenes Auto zu sein. Zusätzlich müssten bis 2050 fast drei Viertel des Heizungs- und Warmwasserbedarfs durch Wärmepumpen gedeckt werden. Gleichzeitig würde die beschleunigte Renovierung von Wohngebäuden deutliche Energieeinsparungen erzielen.

Insgesamt werde der Strombedarf 2050 um rund 20 Terawattstunden über dem heutigen liegen. Dies könne jedoch durch Effizienzgewinne kompensiert werden.

Um das Netto-Null-Ziel zu erreichen, „müssen die CO2-Emissionen in Zukunft im Durchschnitt jedes Jahr um eine bis anderthalb Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr verringert werden“, so Studienhauptautor Evangelos Panos. Um diese Minderung kostengünstig umzusetzen, sei auch die Abscheidung von CO2 in Betracht zu ziehen. Die Pro-Kopf-Kosten für die Energiewende seien extrem schwer zu beziffern. Unter Berücksichtigung verschiedener Variablen dürften sie pro Jahr zwischen 200 und 860 Franken liegen. mm

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