Schweiz ist bei Open Banking auf gutem Weg

10. Juli 2020 14:24

Basel - In der Schweiz entscheiden Banken selber, ob sie ihre Daten mit Drittanbietern austauschen wollen. Dieser liberale Ansatz zu Open Baking hat sich laut der Schweizerischen Bankiervereinigung bisher bewährt. Aber es gelte, die Augen nach neuen Trends offen zu halten.

Im Rahmen des Konzepts von Open Banking tauschen verschiedene Akteure wie Banken, Versicherungen und Fintech-Unternehmen Daten untereinander aus. Dadurch sollen neue innovative Lösungen im Finanzbereich möglich werden.

Open Banking ist zuletzt aufgrund der regulatorischen Vorgaben zum Datenaustausch in der EU und weiteren Finanzplätzen „befeuert worden“, hält die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) in einer Mitteilung fest. Die Schweiz verfolge dagegen einen marktwirtschaftlichen Ansatz. So bestehen derzeit in der Schweiz keine spezifischen regulatorischen Anforderungen, die Banken zum Austausch von Bankdaten verpflichten würden. Banken entscheiden also selbst, ob und mit welchen Drittpartnern sie Daten austauschen.

Der Ansatz hat sich laut der SBVg bisher bewährt. So werden bereits erste innovative Lösungen basierend auf offen standardisierten oder eigenen APIs entwickelt. Als ein Beispiel wird hier unter anderem die b.Link Plattform der SIX genannt.

Die SBVg betont zudem, dass sie die Forderungen nach einem einheitlichen API-Standard unterstützt. Damit könnten Drittanbieter „mit dem gleichen Stecker bei möglichst vielen Banken andocken“.

Trotz des Lobs für den liberalen Ansatz in der Schweiz rät die SBVg dem Finanzplatz, sich weiter mit den strategischen Dimensionen von Open Banking auseinanderzusetzen. Denn die Konkurrenz von Grossunternehmen aus den USA und China sei gross. Sie könnten ungedeckte Kundenbedürfnisse auch in der Schweiz rasch bedienen. ssp

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