Schweiz hinkt in Europa bei Erneuerbaren stark hinterher

21. Juni 2022 13:51

Zürich - Die Schweizerische Energiestiftung (SES) hat die Produktion von Wind- und Sonnenstrom in der Schweiz und den 27 EU-Staaten miteinander verglichen. Dabei landet die Schweiz auf Platz 23. Um den Investitionsstau hierzulande aufzulösen, bedarf es laut SES wirksamer Instrumente im Energiegesetz.

Beim Ausbau von Wind- und Solarenergie liegt die Schweiz im Vergleich mit den 27 Staaten der Europäischen Union auf dem 23. Platz. Im Vergleich mit den neun umliegenden Ländern nimmt sie den vorletzten Rang ein: In der Schweiz werden nur 5,6 Prozent des Stromverbrauchs mit diesen beiden erneuerbaren Energien erzeugt. In Dänemark sind es rund 53 Prozent. Das fördert eine Kurzstudie der SES zutage. Grundlage für diese Kurzstudie ist die jeweilige Pro-Kopf-Produktion.

Wie die Energiestiftung auch in einer Medienmitteilung ausführt, stagniert in der Schweiz vor allem der Ausbau der Windenergie. Zudem produzieren zahlreiche nördlicher gelegene Länder mit weniger Sonneneinstrahlung deutlich mehr Solarstrom als die Schweiz – an der Spitze die Niederlande mit einer fast doppelt so hohen Menge.

Nun sei es am Parlament, im neuen Energiegesetz die politischen Rahmenbedingungen für den notwendigen raschen Ausbau der Erneuerbaren auf rund 38 Terawattstunden pro Jahr bis 2035 zu schaffen. Dafür sieht die SES die Minimierung der Investitionsrisiken als fundamental an: „Um den Investitionsstau im Ausbau der erneuerbaren Energien aufzulösen, braucht es eine Absicherung gegen volatile und tiefe Strompreise. Für grosse Solaranlagen sind gleitende Marktprämien sinnvoll. Für kleinere braucht es einen kostengerechten Rückliefertarif.“ Erfahrungen in Ausland würden zeigen, dass mit gut ausgestalteten Förderinstrumenten, die das Preisrisiko der Stromproduktion abfedern, der Ausbau wirkungsvoll und schnell vorangetrieben werden kann. mm

Aktuelles im Firmenwiki