Schweiz erinnert Italien an ausstehende Vereinbarungen

28. November 2022 09:53

Bern/Varese - Bundesrat Ueli Maurer hat beim neuen italienischen Finanzminister Giancarlo Giorgetti die Klärung offener Fragen angemahnt. So ratifizierte die Schweiz das Grenzgängerabkommen 2020, Italien nicht. Zudem will die Schweiz von der schwarzen Liste von Steuerparadiesen gestrichen werden.

Bundesrat Ueli Maurer ist bei einem Arbeitsbesuch in Varese erstmals mit dem neuen italienischen Finanzminister Giancarlo Giorgetti zusammengetroffen. Dabei ging es einer offiziellen Schweizer Medienmitteilung zufolge vor allem um zwei Themen, die zwischen der Schweiz und Italien seit Langem ungelöst sind.

Zum einen hat die Schweiz das jahrelang verhandelte Grenzgängerabkommen bereits im Juli 2020 ratifiziert, Italien dagegen noch nicht. Laut Auskunft von Giorgetti habe der italienische Ministerrat am 24. November einen Gesetzentwurf zur Ratifizierung des Abkommens durch Italien zuhanden des Parlaments verabschiedet. Die Schweiz will laut Mitteilung weiterhin, dass das Abkommen in den nächsten Monaten inkraft gesetzt wird.

Mit diesem Abkommen behält die Schweiz 80 Prozent der regulären Quellensteuer auf die Einkommen von Grenzgängerinnen und Grenzgängern, die neu in der Schweiz arbeiten. Die neuen Grenzgängerinnen und Grenzgänger werden auch in Italien ordentlich besteuert, wobei eine Doppelbesteuerung beseitigt wird.

Zum anderen lastet bereits seit 2010 der Umstand auf den bilateralen Finanzbeziehungen, dass Italien die Schweiz auf einer schwarzen Liste von 70 Steuerparadiesen führt, mit denen sie kein Doppelbesteuerungsabkommen hat. Deshalb müssen Schweizer Firmen, die im Rahmen einer Ausschreibung Waren oder Dienstleistungen nach Italien liefern wollen, nachweisen, dass sie in der Schweiz ordentlich versteuern und entsprechende Daten nach Italien liefern. Nun habe sich Maurer erneut dafür eingesetzt, dass die Schweiz von der Liste entfernt wird. mm

swiss export news 01.02.2023

Unsere Partner

Aktuelles im Firmenwiki