Schweiz begrüsst Klimafonds

21. November 2022 10:20

Bern/Scharm El-Scheich - Die Schweiz unterstützt die Einrichtung eines Klimafonds für die ärmsten Länder, der bei der 27. Klimakonferenz (COP27) beschlossen wurde. Dass die Staaten mit dem grössten CO2-Ausstoss nicht in die Pflicht genommen wurden, kritisiert sie. Greenpeace hält die Klimapolitik der Schweiz für völlig überholt.

Die Schweiz unterstützt den neuen Fonds, den die 27. Klimakonferenz (COP27) im ägyptischen Scharm El-Scheich zur Unterstützung der ärmsten Länder und Inselstaaten beschlossen hat. Sie tragen am wenigsten zum Klimawandel bei, sind aber am stärksten davon betroffen. Die Schweiz habe sich dafür eingesetzt, heisst es in einer Medienmitteilung des Bundesamts für Umwelt. Sie bedauere jedoch, dass offen blieb, welche Länder Beiträge an den Fonds leisten sollen, wie die Gelder verteilt werden und wer den Fonds verwaltet. „Die Schweiz wird sich dafür einsetzen, dass diese Fragen so rasch wie möglich geklärt werden.“

Dass beim COP27, der am Sonntag zuende ging, die Länder mit dem grössten Ausstoss von Treibhausgasen im Arbeitsprogramm bis 2026 nicht ausdrücklich in die Pflicht genommen wurden, kritisiert die Schweiz. Sie werde sich dafür einsetzen, dass auch diese Staaten ihren Beitrag zum 1,5 Grad-Ziel leisten. Dazu zählen China, Indien, Indonesien und Brasilien. 

Die Schweiz spiele sich auf internationalem Parkett in Klimafragen gern in den Vordergrund, so Greenpeace Schweiz in einer eigenen Mitteilung. Gleichzeitig jedoch weigere sich der Bund, die eigenen Ziele anzupassen und den Schweizer Finanzplatz zu regulieren. Die Schweiz sei an den Pranger gestellt worden, „da sie weiterhin arme Länder dafür bezahlt, dass diese an unserer Stelle ihre Emissionen reduzieren“. Auf der COP27 sei deutlich geworden, „dass die Klimapolitik der Schweiz angesichts der aktuellen Herausforderungen völlig überholt ist“. 

Der Bundesrat verpasse es, Führung zu übernehmen. Doch weisen die Initiativen des Parlaments nach Auffassung von Greenpeace in die richtige Richtung. Die Umweltorganisation nennt hier das Bundesgesetz über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit sowie das neue Energiegesetz. mm

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