Schwarmfinanzierung verzeichnet neuen Rekord

03. Juni 2020 10:26

Zug - Die 39 in der Schweiz aktiven Plattformen für Schwarmfinanzierung haben im vergangenen Jahr zusammen fast 600 Millionen Franken vermittelt. Eine Studie der Hochschule Luzern zeigt, dass die Wachstumsquoten dieses Markts zwar positiv waren, aber unter den Erwartungen lagen.

Schwarmfinanzierung oder Crowdfunding ist in der Schweiz gefragt wie nie. Auch 2019 erreichte die Branche mit 597,1 Millionen eingesammelter Franken einen Rekordwert. Das sind 15,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch wie die siebte Crowdfunding-Studie der Hochschule Luzern zeigt, nahm die Wachstumsgeschwindigkeit der Crowdfunding-Volumen im Vergleich zu den beiden Vorjahren ab. Durchgeführt wurde diese Erhebung vom universitätseigenen Institut für Finanzdienstleistungen (IFZ) in Zug.

Insgesamt 29 der 39 in der Schweiz aktiven Crowdfunding-Plattformen unterstützten diese Studie mit ihren Daten. Sie zeigt, dass sich die verschiedenen Formen dieser Form der Geldvermittlung unterschiedlich entwickelten. So wurden per Crowdlending 59,8 Prozent mehr Kredite finanziert. Im Crowdinvesting hingegen fielen die Investitionen um 24,8 Prozent auf 154,1 Millionen Franken. Beim Crowdsupporting und Crowddonating wurden Projekte mit über 24,6 Millionen Franken unterstützt. Das sind 4 Prozent weniger als im Vorjahr.

In diesem Bereich werde die Crowd, also eine grosse Anzahl von Privatpersonen, weiterhin zentral sein, heisst es in einer Medienmitteilung. Doch gehe im Crowdlending und Real Estate Crowdinvesting der Trend zu professionellen Investoren. „Privatpersonen werden dadurch in diesen Bereichen relativ gesehen an Bedeutung verlieren.“

Während der Corona-Krise nahmen KMU das Business-Crowdlending deutlich weniger in Anspruch. „Hintergrund dieser Entwicklung ist unter anderem wohl auch, dass KMU seit Ende März bei Banken einen vom Bund abgesicherten COVID-19-Kredit bis 500'000 Franken zinslos und praktisch ohne Prüfung erhalten“, erklärt Andreas Dietrich, Studienautor und Professor an der Hochschule Luzern. Insgesamt erwarten die Autoren jedoch, dass die Nachfrage der KMU in der zweiten Jahreshälfte wieder steigen wird. mm

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