Schokoladehersteller prangern Protektionismus an

27. Oktober 2020 11:54

Bern - Der Verband Schweizerischer Schokoladefabrikanten Chocosuisse wehrt sich gegen Regulierungen wie den Preisschutz für Zucker und Milchpulver. Dies gefährde den Produktionsstandort Schweiz. Hinzu kämen massive Umsatzeinbrüche durch die Corona-Pandemie und steigende Importe.

Schweizer Hersteller von Schokolade fühlen sich gegenüber ausländischen Wettbewerbern diskriminiert. Protektionistische Regulierungen gefährdeten den Produktionsstandort Schweiz, heisst es in einer Medienmitteilung des Verbands Schweizerischer Schokoladefabrikanten Chocosuisse. Insbesondere wendet er sich gegen den Preisschutz für Zucker und Milchgrundstoffe. Diese Rohstoffe seien wegen des Grenzschutzes „sehr viel teurer als im angrenzenden Ausland“. Dies gehe „voll zu Lasten der Rohstoffkäufer“. Gebe die Politik nicht Gegensteuer, „sind Arbeitsplätze in einer der traditionsreichsten Branchen der Schweiz gefährdet“. 

Ausgleichsmechanismen seien unvollständig oder inexistent. So gewähre die Schweiz EU-Importen einen Nachlass von 18,5 Prozent. Bei der privaten Auffanglösung zum abgeschafften „Schoggi-Gesetz“ flössen über 30 Prozent der dafür bereitgestellten Mittel „in andere Kanäle“.

„Vor diesem Hintergrund ist der von der Wirtschaftskommission des Nationalrats in die Vernehmlassung geschickte Vorschlag zur Fortschreibung dieser protektionistischen Massnahme unverständlich“, schreibt der Verband. Statt den Produktionsstandort Schweiz weiter zu schwächen, müssten jetzt dringend bestehende Wettbewerbsverzerrungen beseitigt werden.

Auch die Corona-Krise setzt der Branche zu. Im zweiten Tertial 2020 brach ihr Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent ein. Stark betroffen seien der weltweite Reiseeinzelhandel und das Geschäft mit der internationalen Hotel-, Kongress- und Reisegastronomie. Bisher gingen 70 Prozent der Schokolade in den weltweiten Export. Im Inland seien Verkaufspunkte mit normalerweise hohen Kundenfrequenzen und internationalen Touristen besonders betroffen. Während die Menge der im Inland verkauften Schweizer Schokolade zurückgehe, nehme die Menge importierter Schokolade zu. „Damit sind die Schweizer Schokoladehersteller im Heimmarkt doppelt unter Druck.“ mm

Aktuelles im Firmenwiki