Satelliten sollen Plastik im Meer erkennen

03. März 2020 13:32

Zürich - Forscher der Universität Zürich experimentieren mit einer Methode, bei der Satelliten aus dem All Plastik in den Meeren erkennen könnten. Dies könnte helfen, Plastik einzusammeln. Das Hauptziel müsse aber die Reduktion von Plastikmüll sein, betonen die Forscher.

Einer Mitteilung der Universität Zürich (UZH) zufolge landen jedes Jahr rund 4,8 bis 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle im Meer. Nach einer Zeit beginnt sich Plastik unter der Einwirkung von Sonnenlicht im Meerwasser zu zersetzen. So sinken viele Plastikabfälle ab. Die auf dem Meer schwimmenden Plastikabfälle sind somit nur die Spitze des Eisbergs.

Es wäre also besonders wichtig, die sichtbare Spitze von neuerem Plastikmüll einzusammeln, bevor er sich zersetzt, betont die Universität. Dazu gibt es bereits verschiedene Initiativen, wie etwa das Projekt Ocean Cleanup. Eine Herausforderung ist es dabei zu wissen, wo Plastikabfälle im Meer treiben. „Der heutige Kenntnisstand über Menge und Ver­breitung des Plastiks basiert grösstenteils auf Daten aus Hochrechnungen und ozeano­grafischen Strömungsmodellen“, sagt UZH-Forscherin Sonja Bertschi.

Forscher der UZH testen nun eine andere Methode. Sie haben Müllfelder auf Schweizer Seen mit einem Motorflugzeug überflogen, das mit einem sogenannten Apex-­Sensor ausgestattet ist. „Unsere Innovation ist nicht der Sensor, den gab es schon vorher, sondern die Datenauswertung“, erklärt UZH-Forscher Andreas Hüni. Mit ihrer Auswertung konnten die Forscher zeigen, dass sich Plastik im Wasser bis zu einer relativ geringen Dichte von 1 Prozent Oberflächenanteil erkennen und messen lässt. Die Forscher gehen davon aus, dass künftig Satelliten aus dem All die nötigen Informationen liefern könnten. Dazu bräuchte es aber noch weitere Experimente.

Die UZH weist jedoch auch darauf hin, dass das Hauptziel weiterhin die Reduktion von Plastikmüll sein müsse. Dabei gelte es in erster Linie, Plastikverpackungen zu ersetzen. Hier sei auch die Forschung gefragt, denn es müssten alternative Materialien entwickelt werden. ssp

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