Russland beginnt mit Abschaltung der Gaszufuhr

27. April 2022 15:36

St.Petersburg - Gazprom hat seine Lieferungen von Erdgas an Bulgarien und Polen eingestellt. Der russische Gasmonopolist begründet seine Massnahme damit, dass die beiden EU-Staaten sich weigern, die Lieferungen in Rubel zu zahlen. Seine Exporte in andere EU-Länder setzt er derzeit fort.

Gazprom hat seine Gaslieferungen an die ersten EU-Staaten eingestellt. Der russische Gasmonopolist begründet seine Entscheidung in einer Mitteilung vom 27. April damit, dass die beiden Staaten sich weigerten, die Lieferungen in Rubel zu bezahlen. Gazprom verweist dazu auf den Erlass von Präsident Wladimir Putin vom 31. März, dass ab dem 1. April geliefertes Gas in Rubel zu bezahlen sei. 

Die EU weigert sich offiziell, die Zahlungen künftig in Rubel statt wie bisher meist in Euro oder Dollar vorzunehmen. Gazprom deutet in seiner Mitteilung dennoch an, dass die Lieferungen in die anderen EU-Länder fortgesetzt würden. Das Unternehmen warnt die Bulgaren und Polen, Gas aus den Leitungen zu entnehmen, das für andere Länder weiter westlich bestimmt ist. „Im Falle einer nichtsanktionierten Entnahme russischen Gases aus den Transitmengen für dritte Länder werden die Transitlieferungen um diesen Umfang reduziert“, schreibt Gazprom.

Polen verfügt derzeit über gut gefüllte Gaslager. Laut einer gemeinsamen Statistik der EU-Gasversorger betrug der Füllstand am 26. April 75,95 Prozent. Nur Portugals Lager waren mit 88,13 Prozent besser gefüllt. Bulgarien weist dagegen mit 17,17 Prozent einen besonders niedrigen Füllstand auf. Nur in Belgien liegt dieser mit 14,72 Prozent noch niedriger. Durchschnittlich sind die Gaslager in der EU mit 31,78 Prozent gefüllt. stk

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