Rückversicherer sehen sich beim Klima an vorderster Front

04. November 2019 10:18

Zürich - Die Swiss Re will den ökologischen Wandel mit vorantreiben. In einer Analyse legt das Swiss Re Institute dar, dass die Finanzwirtschaft einen entscheidenden Beitrag für den Aufbau eines robusten, grünen Finanzsystems leisten kann.

Die Swiss Re will sich für das Erreichen der Ziele der Vereinten Nationen (UN) für nachhaltige Entwicklung (SDG) einsetzen. „Die Rückversicherer stehen an vorderster Front, wenn es um das Management von Klimarisiken und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Welt im Rahmen des UN-Ziels geht“, schreibt das Swiss Re Institute in der aktuellen Ausgabe seiner „Economic Insights". Demnach könnte und sollte viel mehr getan werden. So könnte die Branche etwa darauf verzichten, Sektoren und Unternehmen mit hohem CO2-Ausstoss zu versichern und Massnahmen zur Klimaanpassung in ihre Zeichnungsprozesse einbeziehen. 

In dieser Analyse legt das Institut dar, dass sich durch eine kohlenstofffreie Ökonomie hohe volkswirtschaftliche Schäden durch den Klimawandel abfedern liessen. Sogar ein Nettowachstum in Höhe von 4,7 Prozent bis 2050 wird in Aussicht gestellt. Dafür müsse in nachhaltige Infrastrukturen investiert werden. Wenn Versicherer ihre Leistungen gezielt in klimaresistente Infrastrukturprojekte einbetten und mit Banken und Regierungsbehörden zusammenarbeiten, würde die Finanzierung solcher Projekte erheblich erleichtert.

„Als langfristige Investoren können sich globale Rückversicherer für eine bessere Offenlegung in der Finanzberichterstattung einsetzen und die finanzielle Verbriefung von Infrastrukturen als handelbare Anlageklasse gemäss der Principles of Responsible Investment" (PRI) fördern“, heisst es weiter. Zudem brauche es flankierende steuerliche Initiativen, Strukturreformen, grüne Innovationen und einen Kapitalmarkt für grüne Wertpapiere. Noch liege das gesamte „Green Bond Universum“ bei ausbaubaren 0,5 Prozent der globalen Anleihen. mm

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