Restor will weltweit Biodiversität erhalten

07. Juni 2021 12:09

Zürich - Das kürzlich gegründete Zürcher Start-up Restor, eine Ausgründung der ETH, macht alle Aktivitäten zur Umwelterhaltung und -wiederherstellung auf der Erde online zugänglich. Dafür hat das Team eine Art Google Earth entwickelt.

Restor will das Potenzial der Wiederherstellung von Ökosystemen auf dem Planeten besser ausschöpfen. Mit dem einfachen Zugang zu den wichtigsten Daten möchte das Zürcher Start-up den Kampf gegen die Klimakatastrophe unterstützen. Darüber berichtet jetzt die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH). Restor wurde von der ETH und dem Crowther Lab des 34-jährigen ETH-Professors für globale Ökosysteme, Tom Crowther, gegründet.

Crowther, der die eigens für Restor gegründete Stiftung präsidiert, ist 2019 mit einer Publikation in der Zeitschrift „Science“ berühmt geworden. Er und sein Team hatten berechnet, dass theoretisch eine Fläche von 0,9 Milliarden Hektar zur natürlichen Wiederbewaldung verfügbar ist. Auf dieser Fläche könnten 1 Billion Bäume gepflanzt werden. Dadurch wäre es möglich, rund 30 Prozent des akkumulierten globalen Kohlenstoffs in der Atmosphäre zu binden. Crowther ist heute auch im Beirat der Initiative Dekade für die Ökosystemrestaurierung des UN-Umweltprogramms.

Für die Internetplattform Restor hat das 30 Personen starke Crowther Lab ein neues Modell entwickelt. Damit können die Forschenden bestimmen, welche Baumarten an einem bestimmten Ort heimisch sind. Das Modell berücksichtigt Klimadaten, Bodenparameter, Temperatur und Niederschlagsmenge. Die Datenbasis stammt von 60'000 Wissenschaftlern aus aller Welt. „Jeder Eintrag hilft uns, die Erfolgsrate zu erhöhen und damit den Verlust von Biodiversität einzudämmen“, so Crowther.

Vor allem aber seien die Standorte von über 32'000 Wiederherstellungs- und Naturschutzinitiativen auf Restor registriert worden. All diese Projekte erhalten kostenlosen Zugang zu den ökologischen Erkenntnissen. Dadurch bekommen sie, aber auch Projektleiter und -leiterinnen von Aufforstungen, Landwirte und Försterinnen sowie Förster Informationen darüber, welche Arten für ihre Agroforst-Pflanzungen geeignet sind oder wieviel CO2 gebunden werden könnte, wenn ein bestimmtes natürliches Feuchtgebiet geschützt und erhalten wird.

Im kommenden Jahr soll Restor zu einer Art Ökodienstleistungsmarktplatz ausgebaut werden. Dann wird etwa ein Schweizer Früchteimporteur einen nachhaltig produzierenden Ananasbauern in Ghana finden können. mm

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