Raiffeisen ist vorsichtig optimistisch für 2021

03. Dezember 2020 12:25

St.Gallen - Raiffeisen sieht für die Schweizer Wirtschaft im kommenden Jahr mehr ermutigende als besorgniserregende Anhaltspunkte. Sie rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 2,8 und einem Haushaltsdefizit von „verkraftbaren“ 3,7 Prozent. Schwierig bleibe die Situation der KMU.

Die Schweizer Wirtschaft dürfte 2021 wieder auf den Wachstumspfad zurückfinden, prognostiziert Raiffeisen. Doch werde dies nicht ausreichen, den erlittenen Rückschlag vollends wettzumachen. Die Konjunkturentwicklung werde unstet bleiben, wird Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff in einer Medienmitteilung zitiert: „Bis zur endgültigen Überwindung der Pandemie halten massive Konjunkturspritzen und die geldpolitische Rückendeckung die Wirtschaft über Wasser.“

Die Arbeitslosigkeit werde noch leicht zulegen, im Jahresmittel auf 3,5 Prozent. „Insgesamt dürfte die Schweizer Wirtschaft damit vergleichsweise glimpflich durch die Krise kommen“, heisst es in der Mitteilung weiter. Dies habe auch mit einigen schweizerischen Eigenheiten zu tun. So wirkten etwa der hohe Wertschöpfungsanteil der Pharmabranche und der Grosshandel stabilisierend. Der Immobilienbranche habe die Corona-Krise „faktisch nichts anhaben“ können.

Zudem verfüge der Staat über die nötigen finanziellen Mittel für Hilfsmassnahmen. Bei einer Schuldenquote von deutlich unter 50 Prozent des Bruttoinlandprodukts sei das öffentliche Defizit von 3,7 Prozent im laufenden Jahr „verkraftbar“. Bedenklich sei hingegen „die Lage der öffentlichen Haushalte im Ausland“. Dort bewege sich die Verschuldung von über 100 Prozent des Bruttoinlandprodukts auf Werten „wie nach dem ersten Weltkrieg“. Auch in China sowie Schwellen- und Entwicklungsländern, wo die Verschuldungsquote eher tief liegt, steige die Neuverschuldung „markant“ an.

Jedoch blende der Blick auf die Gesamtwirtschaft aus, dass vor allem in der Schweiz die KMU überdurchschnittlich in Mitleidenschaft gezogen wurden. Für sie sei die fehlende Planungssicherheit nach wie vor das grösste Problem. mm

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