Plastik erlebt eine Corona-Renaissance

17. April 2020 07:17

Die Angst vor Ansteckung mit dem Virus beschert Plastik eine unerwartete Renaissance – im Gesundheitswesen und sogar im Supermarkt. Die Krise werde die Einstellung zu Kunststoff ändern, schreibt Patrick Semadeni, CEO der Semadeni Plastics Group, in einem Meinungsbeitrag.  

von Patrick Semadeni

Und plötzlich ist sie bei uns gewesen, die Pandemie. Das öffentliche Leben ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Viele Menschen sind besorgt um ihre Gesundheit. Gewerbe und Industrie leiden, Jobs sind in Gefahr. Staaten verschulden sich mit enormen Beträgen, um Hilfspakete für Arbeitnehmende und Wirtschaft bereit zu stellen.

Wir müssen den Kampf gegen das Virus effektiv führen, um Leben zu retten und wieder zu einer Normalität zu finden. Hier kommt den Mitarbeitenden im Gesundheitswesen eine Schlüsselrolle zu. Sie leisten Enormes, und sie müssen geschützt werden. 

Sie schützen sich mit Gesichtsmasken, Mundschutz, Overalls, Schutzbrillen, Hauben und Handschuhen. Alles Artikel aus Kunststoff. Aus anderen Werkstoffen lassen sich diese Artikel nicht annähernd in der erforderlichen Menge und Qualität herstellen.

Namhafte Virologen rufen dazu auf, intensiv zu testen. Eine sehr effektive Methode zur Eindämmung des Virus, die in Südkorea sehr gut funktioniert hat. Aus welchem Material lassen sich derart rasch sichere, bruchfeste und günstige Testkits herstellen? Nur aus Kunststoff. Das Gleiche gilt übrigens auch für Flaschen und Behälter für Desinfektionsmittel sowie für ganz viele weitere Produkte, die zur Prävention und zur Pflege der Corona-Patienten nötig sind, wie Spritzen, Urinflaschen oder Trinkflaschen. 

Plastik schützt aber nicht nur im Gesundheitswesen. Es hilft auch uns, im Alltag beim Einkaufen das Ansteckungsrisiko zu vermindern. Wir haben gelernt, dass das Virus bis zu einigen Tagen auf Oberflächen überlebt. Mit einer Verpackung verhindern wir, dass sich das Coronavirus auf dem Lebensmittel festsetzt. Die Schutzfunktion der Verpackung erlebt eine Renaissance. Lieber ein paar Gramm Abfall als das Risiko einer Ansteckung mit allen verheerenden Folgen. 

So zeigt der verschmähte Werkstoff Plastik in dieser Pandemie seine Qualitäten und seine Wichtigkeit. Es geht nicht ohne. Wir werden wohl nach der Corona-Krise vieles anders anschauen. Dazu wird auch die Einstellung zu Kunststoff gehören. 

Was bleiben wird, ist die unbedingte Notwendigkeit, den Eintrag von Abfällen in die Umwelt zu verhindern. Die Kreislaufwirtschaft wird auch nach der Krise der einzig richtige Weg bleiben.

Patrick Semadeni ist seit 2002 Geschäftsführer der Semadeni Plastics Group in Ostermundigen BE. 

Aktuelles im Firmenwiki