Beim Projek Pedibus werden „Haltestellen“ und feste „Abfahrtszeiten“ entlang einer individuellen Route vereinbart. Die Schüler legen die Strecke aber zu Fuss zurück. Bild: zVg/SUPSI

Pilotprojekt macht Schulweg nachhaltiger

16. Oktober 2020 13:20

Canobbio TI - Ein neuer spielerisch-pädagogischer Ansatz soll den Schulweg für Grundschüler nachhaltiger und sicherer machen. Die Fachhochschule der italienischen Schweiz führt ein entsprechendes Pilotprojekt derzeit an zwei Tessiner Schulen ein. Unterdessen wird an weiteren Schulen dafür geworben.

Das Pilotprojekt S2HOES (Safe and Sustainable Home School Mobility) ist jetzt ins Leben gerufen worden. Die Fachhochschule der italienischen Schweiz (SUPSI), namentlich ihr Institut für angewandte Nachhaltigkeit der bebauten Umwelt des Departements für Umwelt Bau und Design, setzt laut einer Medienmitteilung dabei auf zwei Werkzeuge, die bereits im Trentino und einigen Gemeinden der Emilia Romagna zu unerwartet positiven Ergebnissen geführt haben. Damit soll die Schulgemeinschaft zu einer vernünftigeren Mobilitätspraxis inspiriert werden. Zudem soll der Schulweg sicherer werden. 

Eines der beiden Werkzeuge, die dieser neue Ansatz miteinander kombiniert, heisst Pedibus. Dabei werden „Haltestellen“ und feste „Abfahrtszeiten“ entlang einer individuellen Route durch den Ort vereinbart – nur, dass die Schüler diese Strecke zu Fuss zurücklegen. Dabei werden sie von Eltern begleitet. Auf der mobilen Anwendung PedibusSmart lassen sich diese Routen planen und sichtbar machen. Zudem ermöglicht sie per Bluetooth die tägliche Registrierung der Kinder, die in den Pedibus „einsteigen“.

Das zweite Werkzeug ist die Bildungsplattform Kids Go Green. Sie ermöglicht es Lehrkräften, fächerübergreifende Lehrprogramme zu entwerfen und das Thema der nachhaltigen Mobilität unkompliziert in den bestehenden Lehrplan zu integrieren. In jeder Phase kombinieren die Lehrpersonen multimediale Lehrmaterialien mit Belohnungen.

Beide Lösungen wurden von der Trentiner Bruno Kessler-Stiftung entwickelt. Unter der Leitung des SUPSI-Instituts für angewandte Nachhaltigkeit der bebauten Umwelt werden sie nun auch in zwei Grundschulen im Kanton Tessin getestet. Dabei arbeitet das Institut mit der Pedibus Ticino Coordination der Traffic and Environment Association und der Bruno Kessler-Stiftung zusammen.

Die eigentliche Feldversuchsphase beginnt im Januar und läuft bis April 2021. Danach werden die Ergebnisse mit finanzieller Unterstützung der AXA Stiftung Prävention ausgewertet. „Die Nutzung von modernen Kommunikationstechnologien, um den Kindern den Schulweg zu erleichtern, passt sehr gut zu unserem Stiftungszweck", so Stiftungsrätin Antonia Lepore auf der S2HOES-Internetseite der Stiftung. Wird eine positive Auswirkung der App und des Lernprogramms festgestellt, sollen lokale Behörden ermutigt werden, diesen Ansatz an weiteren Schulen aufzunehmen und in grösserem Rahmen zu prüfen. mm

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