Permafrost erwärmt sich

22. Juli 2020 13:30

Bern - Die Permafrost-Gebiete in der Schweiz erwärmen sich seit Jahrzehnten. Das haben Messungen des Permafrostmessnetzes PERMOS ergeben. Diese sind von Bedeutung für das Management von Berggebieten wie Infrastruktur und Landnutzung.

Messungen von PERMOS, das im Jahr 2000 als weltweit erstes nationales Permafrostmessnetz ins Leben gerufen worden ist, haben deutliche Erwärmungen im Permafrost des Schweizer Hochgebirges sowie auch eine Beschleunigung von Blockgletschern aufgezeigt. Blockgletscher sind keine reinen Eismassen, sondern ein Gemisch von Felsgeröll und Eis.

Die älteste und längste Messreihe vom Corvatsch-Murtèl im Oberengadin hat vor 32 Jahren begonnen. Dort hat sich der Permafrost seit Messbeginn in 10 Metern Tiefe um etwa 1 Grad Celsius erwärmt, in 20 Metern um etwa 0,5 Grad. Auch die Auftauschicht mit positiven Temperaturen im Sommer ist laut Medienmitteilung an den 15 Bohrlochstandorten um mehrere Meter tiefer geworden.

Der Zeitraum 2000 bis 2019 war von zahlreichen extremen Wettersituationen geprägt, wie etwa den heissen Sommern 2003, 2015, 2017, 2018 und 2019 oder dem extrem schneearmen Winter 2016/2017. Es waren dies die beiden Jahrzehnte mit den höchsten Lufttemperaturen, die je in der Schweiz gemessen wurden, wobei die fünf wärmsten Jahre alle nach 2010 verzeichnet wurden. Der kalte Permafrost in den höchsten Gipfeln erwärmt sich zurzeit am schnellsten. Die Schneebedingungen sind für die Entwicklung entscheidend. Schneearme Winter unterbrechen den Erwärmungstrend, weil dann die isolierenden Schneedecken fehlen.  

„Beobachtungen und Erkenntnisse über den Permafrost in Hochgebirgen sind für das Management von Berggebieten im Hinblick auf Naturgefahren, Infrastruktur und Landnutzung von grosser Bedeutung. Angesichts der schnellen Entwicklung des Permafrosts stehen viele Veränderungen jedoch noch bevor“, heisst es in der Medienmitteilung über die PERMOS-Analysen der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT). gba

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