Pendler steigen zunehmend auf öffentliche Verkehrsmittel um

10. Oktober 2019 09:57

Lausanne - Pendler sind heute eher bereit, auf ihr Auto zu verzichten, als vor einigen Jahren. Das ergibt die Auswertung einer Befragung im Grossraum Genf. Forscher der Eidgenössischen Hochschule Lausanne untersuchten in dieser Studie, unter welchen Umständen sich Berufstätige für öffentliche Verkehrsmittel entscheiden.

Die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) hat 2018 eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben, um die Transportgewohnheiten von berufstätigen Menschen zu untersuchen. Durchgeführt wurde sie im Ballungsraum Genf mit seinen 209 Gemeinden und 1 Million Einwohnern. Von den 2100 befragten Personen leben 40 Prozent im Kanton Genf, 40 Prozent in den benachbarten französischen Departements Ain und Haute-Savoie und 10 Prozent in der Region Nyon im Kanton Waadt. Alle von ihnen wohnen nicht weiter als 500 Meter von einer Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs oder 800 Meter von einem Bahnhof entfernt. 

Nach dem Abgleich mit ähnlichen Studien aus den Jahren 1994 und 2011 stellten die Forscher des Urban Sociology Laboratory (LASUR) der EPFL laut einer Medienmitteilung fest, dass das Auto als primäres Verkehrsmittel langsam an Bedeutung verliert. 1994 belegten nur 12 Prozent der Befragten das Autofahren mit negativen Adjektiven wie „umweltbelastend“ oder „teuer“. 2018 stieg diese Zahl auf 33 Prozent. Entsprechend verbessert sich allmählich auch das Image des öffentlichen Nahverkehrs: 2018 bewertete ihn die Hälfte der Befragten positiv, gegenüber 39 Prozent im Jahr 1994.

Haupthindernis für eine bessere Akzeptanz öffentlicher Verkehrsmittel scheinen lange Fahrtzeiten zu sein. Stimmen aber Komfort, Effizienz und niedrige CO2-Emissionen, sind Pendler häufig bereit, ihr Auto stehen zu lassen. Die Mehrheit der Grenzgänger in Frankreich gab an, dass sie ihr Fahrzeug gern zuhause lassen würden, wenn es praktikable Alternativen gäbe. Fazit der Forscher: Verkehrsknotenpunkte müssen so effizient wie möglich und Verkehrsmittel komfortabel sein. Zudem sollte es attraktivere Tarifoptionen für Gelegenheitsnutzer geben. Ausserdem sei es hilfreich, den Verkehr entsprechend des Parkplatzangebots im Stadtzentrum und den angrenzenden Bezirken besser zu steuern. mm 

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