Parmelin informiert über Tourismusstrategie

06. Mai 2021 15:19

Bern - Beim Tourismusgipfel hat Bundespräsident Guy Parmelin über die strategische Ausrichtung der Tourismuspolitik des Bundes ab 2022 informiert. Ein Recovery-Massnahmenpaket soll die Nachfrage beleben und die Innovationsfähigkeit erhalten. Der Tourismus-Verband fordert quarantänefreies Reisen.

Beim fünften Tourismusgipfel in Bern haben Bundespräsident Guy Parmelin und Branchenvertreter eine Bilanz des schwierigen Jahres 2020 gezogen. Die Tourismusbranche brachte ihre Forderungen vor Ort, aber auch gegenüber den Medien zum Ausdruck. Zudem informierte Parmelin über die Tourismuspolitik des Bundes für das kommende Jahr.

Seit dem Ausbruch der Pandemie seien rund 2 Milliarden Franken für Kurzarbeitsentschädigungen an die Gastronomie und Hotellerie geflossen, so das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) in seiner zusammenfassenden Medienmitteilung des Tourismusgipfels. Ausserdem sei der Branche rund die Hälfte der Härtefallgelder zugute gekommen. Die negative Entwicklung des vergangenen Jahres habe sich Anfang 2021 unvermindert fortgesetzt. Für den weiteren Jahresverlauf sei im Schweizer Tourismus dank einer verbesserten epidemiologischen Situation von einer allmählichen, schrittweisen Normalisierung auszugehen.

Allerdings sei dies kein Selbstläufer, so der Schweizer Tourismus-Verband (STV) in einer zeitgleich zum Tourismusgipfel veröffentlichten eigenen Medienmitteilung. Dafür brauche es auch ein Ja zum COVID-19-Gesetz, über das das Wahlvolk am 13. Juni abstimmt. Nur mit diesem Gesetz könne die Kurzarbeitsentschädigung auf 24 Monate und auch die Härtefalllösung bis zum Jahresende verlängert werden. Um wieder wirtschaftlich arbeiten zu können, bedürfe es weiterer Lockerungen, etwa für die Innenräume der Gastronomie. Messen und Veranstaltungen müssten von „unzumutbaren Restriktionen“ verschont bleiben. Vor allem setze sich der Sektor für freies Reisen geimpfter, negativ getesteter und genesener Personen ein. Dafür müsse rasch ein digitaler und international anerkannter COVID-Free-Nachweis eingeführt werden.

Derzeit, so das WBF, würden die strategischen Grundlagen des Bundes ab 2022 erarbeitet. Dann solle insbesondere die Nachhaltigkeit stärker berücksichtigt werden. Bei der Berichterstattung im November 2021 plane Parmelin, sogenannte Recovery-Massnahmen für den Tourismus zu beantragen. Sie sollen helfen, die touristische Nachfrage wieder anzukurbeln und die Innovationskraft zu fördern. mm

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