Pandemie bremst Zuwanderung

04. August 2020 12:39

Bern - Die Corona-Pandemie hat sich auch auf die Migration ausgewirkt. Im ersten Halbjahr sind weniger Personen aus dem Ausland in die Schweiz eingewandert. Auch die Zuwanderung aus EU- und EFTA-Staaten ging zurück. Ausserdem sind weniger Ausländer aus der Schweiz ausgewandert.

Die Zuwanderung in die Schweiz nahm im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 5,7 Prozent ab, wie die Ausländerstatistik des Bundes zeigt. Die Zuwanderung aus der EU, der EFTA und Grossbritannien ging dabei um 2,6 Prozent zurück.

Im gleichen Zeitraum haben 30'659 Ausländerinnen und Ausländer die Schweiz verlassen. Das sind 14,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei Staatsangehörigen von EU- und EFTA-Ländern sowie Grossbritannien war die Auswanderung 13,2 Prozent tiefer.

Der Wanderungssaldo der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung (Differenz zwischen Zu- und Abwanderung) lag bei 25'995 Personen, das sind 1323 Personen mehr als im ersten Halbjahr 2019.

„Die Coronavirus-Pandemie und die Schutzmassnahmen, die in der Schweiz und in den meisten anderen Ländern getroffen wurden, haben sich deutlich auf die Migration ausgewirkt“, schreibt das Staatssekretariat für Migration (SEM) in seiner Medienmitteilung zur Statistik. Dass der Migrationssaldo im ersten Halbjahr dennoch zugenommen hat, führt das SEM einerseits auf die hohe Zuwanderung im Januar und Februar wegen der guten Konjunkturaussichten zurück. Andererseits habe die rückläufige Auswanderung im April und Mai eine Rolle gespielt.

Der Wirtschaftsverband economieusuisse reagiert in einer Medienmitteilung auf die neue Ausländerstatistik. Darin betont er, dass die Zuwanderung stark konjunkturabhängig ist und durch den hiesigen Arbeitsmarkt gesteuert wird. „Die oft ins Feld geführte Behauptung, die in den letzten Monaten gestiegene Arbeitslosenquote in der Schweiz sei auf eine erhöhte Zuwanderung zurückzuführen, ist somit verfehlt“, so der Verband. ssp

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