Panatere tritt Circular Economy Switzerland bei

12. Januar 2021 07:49

Saignelégier JU - Panatere ist eigenen Angaben zufolge das erste Unternehmen des Uhrensektors, das sich dem Verein Circular Economy Switzerland angeschlossen hat. Der Hersteller von Uhrengehäusen widmet sich der Rückgewinnung und Weiterverarbeitung von Materialschrott aus der Produktion von Uhren und medizinischen Komponenten.

 

Panatere produziert nachhaltige Uhrengehäuse. Das Kerngeschäft des Unternehmens besteht in der Rückgewinnung und Bearbeitung von Rohstoffen wie Stahl, Titan, Gold und Platin. Nun ist Panatere laut seiner Medienmitteilung das erste Unternehmen der Branche, das dem Verein Circular Economy Switzerland beigetreten ist. Panatere nutzt ein komplexes Verfahren zur Rückgewinnung und Weiterverarbeitung von Materialschrott aus der Produktion von Uhren und medizinischen Komponenten. Für seinen fünfstufigen Rückgewinnungsprozess 100 Prozent reinen Edelstahls seien etwa die strengen DIN- und CE-Normen angelegt worden.

Dies ermögliche die Produktion von recyceltem Stahl mit einem im Vergleich zum Standardprozess zehnfach reduzierten CO2-Fussabdruck. „Panatere hat mehr als vier Jahre damit verbracht, einen umfassenden Prozess zu entwickeln und die Qualitätsformel richtig hinzubekommen, ohne Zusatz von Chemikalien oder Mineralien“, wird Panatere-Inhaber Raphaël Broye in der Mitteilung zitiert. „Ein akkreditiertes Prüflabor in La Chaux-de-Fonds half uns, die Qualität des Materials in Bezug auf die Polier- und Bearbeitungsfähigkeit zu zertifizieren.“

Über 40 Partner des Unternehmens hätten strenge Kriterien einhalten müssen, um die Anforderungen an eine Kreislaufwirtschaft zu erfüllen. Zudem fokussiere Panatere auf kurze Lieferketten. Für das laufende Jahr kündigt der selbsternannte „Pionier recycelter Rohstoffe" auf seiner Internetseite drei neue Rezyklate an: für rostfreien Stahl, Titan und Kunststoffe.

Zudem, so heisst es in der Mitteilung weiter, arbeite Panatere an der Errichtung eines regionalen industriellen Solarofens – als öffentliches Gut, das auch anderen Industrien zur Verfügung stehen soll. Ein solcher Ofen werde kleinere Produktionsumfänge zulassen, als dies in grossen Giessereien möglich ist. Wie es in der Mitteilung dazu heisst, schätze eine Studie, dass ein Solarofen den CO2-Fussabdruck für die Stahlproduktion um den Faktor 165 reduzieren werde. mm

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