OECD warnt vor hohen Firmenschulden

21. Februar 2020 15:07

Paris - Das Volumen ausstehender Firmenanleihen hat mit 13,5 Billionen Dollar einen neuen Rekord erreicht. Das sei eine Folge der lockeren Geldpolitik, warnt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Qualität der Anleihen habe sich verschlechtert.

Die OECD warnt vor den Folgen hoher Firmenschulden. Wie die Pariser Denkfabrik der Industriestaaten in ihrem Bericht „Corporate Bond Market Trends, Emerging Risks and Monetary Policy“ schreibt, hat das Volumen ausstehender Firmenanleihen mit 13,5 Billionen Dollar Ende 2019 einen neuen Rekord erreicht. Mit 51 Prozent ist über die Hälfte des Volumens mit dem niedrigsten Investmentrating BBB bewertet. In den Jahren 2000 bis 2007 war dies erst für 39 Prozent der ausstehenden Firmenanleihen der Fall gewesen.

Immer mehr Firmenanleihen hätten sogar ein Rating unterhalb von BBB. Das sei 2019 bei 25 Prozent aller Anleihen von Firmen ausserhalb der Finanzwirtschaft der Fall gewesen. 

Die OECD macht die Zentralbanken für den Anstieg der Firmenanleihen verantwortlich. Deren Rückkehr zu einer lockeren Geldpolitik seit Anfang 2019 habe den Anleihemarkt getrieben.

Laut OECD-Generalsekretär Angel Gurria brauche es nun Reformen, um die Kapitalmärkte insgesamt zu befähigen, ihre Aufgaben zu erfüllen. „Dazu gehören Schritte, um die Fähigkeit der Aktienmärkte zur Stärkung der Unternehmensbilanzen und zur Unterstützung von langfristigen Investitionen zu stärken“, wird er in einer Mitteilung seiner Organisation zitiert. stk
 

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