OECD erwartet signifikante Umverteilung des Steuersubstrats

08. Juli 2019 14:54

Paris - Die Neuregelung der Gewinnsteuern im Rahmen der Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werde eine massvolle, aber signifikante Umverteilung des Steuersubstrats bringen, so ein OECD-Vertreter. Das sei der Preis für höhere Rechtssicherheit.

Die Neuregelung der internationalen Verteilung von Gewinnsteuern grosser Unternehmen kommt rasch voran. Schon Ende 2019 will die OECD die verschiedenen Vorschläge in eine gemeinsame Stossrichtung zusammengeführt haben. Wenn die 129 an den Diskussionen beteiligten Länder ihr im Januar 2020 zustimmten, dann könnte der Konsens Ende 2020 stehen, sagt Achim Pross, Leiter der OECD-Abteilung für internationale Zusammenarbeit, in einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. 

Der politische Wille sei jedenfalls da, so Pross. In den Diskussionen zeichne sich ein Paket mit einer globalen Mindestbesteuerung und einer Umverteilung des Steuersubstrats in diejenigen Länder ab, in denen die Unternehmen ihren Umsatz erzielten. Schätzungen, wonach bis zu einem Viertel der Steuererträge in andere Länder abwandern könnten, seien aber zu hoch gegriffen. „Die Umverteilung soll ‚massvoll, aber signifikant‘ sein, so dass die Länder bereit sind, diesen Preis für eine stabile Steuerrechtsordnung zu investieren“, sagt Pross.

Die Schweiz sei zwar als Nicht-Mitglied der Gruppe der sieben grossen westlichen Industriestaaten, der Gruppe der 20 grossen Volkswirtschaften sowie der EU in viele Diskussionen nicht eingebunden, so Pross. Aber innerhalb der OECD könne sie sich früh einbringen und mache das auch. Die Alternative sei ein global nicht koordiniertes Vorgehen mit ungeordneten einzelstaatlichen Massnahmen – aus Sicht von Pross die klar schlechtere Variante. stk

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