Oberrheingraben soll Lithium liefern

22. Dezember 2020 08:48

Bruchsal - Tiefenwasser im Oberrheingraben könnte einen genug hohen Gehalt an Lithium haben, um eine industrielle Förderung zu erlauben. Der baden-württembergische Energieversorger EnBW will zusammen mit Partnern aus Wirtschaft und Forschung eine Pilotanlage in Bruchsal errichten.

Das Tiefenwasser im Oberrheingraben ist bisher nur für die Gewinnung von Energie genutzt worden. Nun könnte es auch für die Förderung von Lithium verwendet werden. Messungen im Geothermiekraftwerk in Bruchsal hätten ergeben, dass das  Tiefenwasser mit rund 150 Milligramm Lithium pro Liter „relativ reich an Lithium“ sei, heisst es in einer Mitteilung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). 

Der baden-württembergische Energieversorger EnBW will nun gemeinsam mit dem KIT, den Unternehmen Bestec und Hydrosion sowie der Universität Göttingen eine Pilotanlage in Bruchsal errichten. Dort soll das Lithium dem Tiefenwasser entzogen werden. Das KIT hat das Verfahren zur Auslösung des Lithiums zusammen mit EnBW entwickelt. Bisher wurde es erst im Labormassstab eingesetzt.

EnBW betreibt das Geothermiekraftwerk in Bruchsal seit 2010. Pro Jahr dürften dabei rund 800 Tonnen Lithiumchlorid aus dem Untergrund geholt werden, die bisher wieder in den Untergrund zurückgeführt werden. Die in Bruchsal förderbare Menge könnte für die Produktion von 20‘000 Lithium-Ionen-Batterien ausreichen.

Das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt mit 2,7 Millionen Euro. stk

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