Nestlé ist das wertvollste europäische Unternehmen

30. Dezember 2019 12:15

Zürich - Nestlé ist nach Marktkapitalisierung das wertvollste europäische Unternehmen. Der Lebensmittelkonzern liegt derzeit auf Platz 16 weltweit. Insgesamt schneidet Europa im weltweiten Börsenranking schwach ab. Ein Grund dafür ist laut einer Analyse von EY der mangelnde technologische Fortschritt.

Nestlé, Roche und Novartis sind die Schweizer Vertreter unter den hundert wertvollsten Unternehmen. Gemeinsam erreichten sie Ende 2019 eine Bewertung, die rund 20 Prozent über jener des vergangenen Jahres liegt. Auf Platz 16 ist Nestlé das teuerste europäische Unternehmen. Das geht aus einer Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervor. Es untersucht halbjährlich die Marktkapitalisierung der am höchsten bewerteten Firmen. 

Die obersten Plätze im Ranking der weltweit 100 teuersten Konzerne werden seit Jahren von amerikanischen und chinesischen Unternehmen belegt. Zum ersten Mal seit zehn Jahren führt ein nicht-amerikanisches Unternehmen die Liste an: Der saudi-arabische Ölkonzern Saudi-Aramco war zum Jahresende fast 2 Billionen Dollar wert. Auf den Plätzen folgen Apple, Microsoft und Alphabet. Auch Amazon, Facebook, Berkshire Hathaway, Alibaba, JP Morgan Chase und Tencent Holdings befinden sich unter den ersten zehn Unternehmen. Damit kommen zwei der zehn wertvollsten Unternehmen aus China, sieben aus den USA.

„Europa spielt an den Weltbörsen nur noch eine untergeordnete Rolle“, wird Stefan Rösch-Rütsche, Country Managing Partner und Leiter Transaktionsdienstleistungen bei EY in der Schweiz, in einer Medienmitteilung zitiert. „Seit dem Beginn der Finanzkrise Ende 2007 haben sich die Gewichte massiv verschoben, ganz oben geben andere Nationen den Ton an, vor allem die USA und China.“

Die Gründe dafür seien vielfältig, so die Medienmitteilung. Für Investoren seien vor allem Technologieunternehmen attraktiv. Digitalkonzernen traue man zu, die Wirtschaft künftig besonders stark zu prägen. Europas Leitbranche sei hingegen immer noch die produzierende Industrie. Von ihr versprächen sich Investoren nach Ansicht von Rösch-Rütsche jedoch wenig Wachstumspotenzial: „Viele Industrieunternehmen stecken mitten in einer tiefgreifenden Transformation, sie sind noch auf der Suche nach einem überzeugenden und nachhaltig erfolgreichen Zukunftsmodell.“ Hier gelte es, Innovationen zu fördern und zu investieren. mm

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