Negativzinsen können weiter sinken

03. November 2019 14:27

Zürich - Thomas Jordan verteidigt die Negativzinsen. Die Nationalbank könne sogar gezwungen sein, die Geldpolitik weiter zu lockern, sagt ihr Präsident in einem Interview. Die Normalisierung der Geldpolitik hänge von der globalen Wirtschafts- und Finanzmarktlage ab. 

Die gegenwärtige Geldpolitik sei angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage richtig, sagt Thomas Jordan in einem Interview mit der „NZZ am Sonntag“. „Mit einer restriktiveren Geldpolitik würde sich die wirtschaftliche Lage verschlechtern“, so der Präsident der Nationalbank. „Eine tiefe Arbeitslosigkeit, stabile Preise und eine gute Lohnentwicklung nützen der ganzen Bevölkerung.“

Die Zeit der tiefen Zinsen könnte länger anhalten. „Auch eine weitere Lockerung der Geldpolitik ist unter Umständen notwendig“, so der Präsident der Nationalbank. „Unser Spielraum beim Zins ist nicht unbeschränkt, aber wir haben durchaus die Möglichkeit für weitere Senkungen.“

Jordan will sich nicht darauf festlegen, wann die Geldpolitik wieder korrigiert werden könne. „Das hängt im Wesentlichen von der globalen Wirtschaftslage und Finanzmarktsituation ab“, so Jordan. „Wir müssen aber auch berücksichtigen, dass die Zinsen unabhängig von der Geldpolitik stark gesunken sind.“ Dazu hätten auch die demografische Entwicklung und die tiefere Produktivität beigetragen. stk

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