Nachhaltigkeit braucht einschneidende Massnahmen

12. September 2019 09:45

Bern/New York - Peter Messerli hat den ersten Weltnachhaltigkeitsbericht der Vereinten Nationen vorgestellt. Der Berner Professor dokumentiert die Fortschritte der Ziele der UN-Agenda 2030. Er macht deutlich, dass grundlegende Entscheidungen notwendig sind.

Am Mittwoch präsentierte der Berner Professor Peter Messerli vor den Vereinten Nationen (UN) in New York den ersten Weltnachhaltigkeitsbericht (Sustainable Development Goals Report, SDGR). Er macht deutlich, dass die 17 Ziele der UN-Agenda 2030 nur mit einschneidenden Massnahmen erreichbar sind. Dafür müsse sich das Verhältnis zwischen Mensch und Natur grundlegend ändern. Zudem müssten Ungleichheiten reduziert werden. 

Jedoch werde die erforderliche umfassende Transformation nicht einfach sein: „Die Agenda 2030 wird uns alle zwingen, harte politische Entscheide zu fällen“, so Messerli, Professor für Nachhaltige Entwicklung an der Universität Bern und Ko-Leiter der internationalen Expertengruppe.

Laut einer Medienmitteilung der Universität Bern zeige der Bericht klar, dass das gegenwärtige Entwicklungsmodell nicht nachhaltig ist und dass sogar die erreichten Fortschritte gefährdet sind. Die sozialen Ungleichheiten nähmen zu und Umweltschäden seien möglicherweise unumkehrbar. Fundamental sei der universelle Zugang zu hochwertigen Grunddienstleistungen wie Gesundheitswesen, Bildung, Wasser- und Sanitärinfrastruktur, Wohnen und sozialem Schutz. Dies seien die Voraussetzungen für die Beseitigung der Armut und Wohlergehen. Der Bericht ruft dazu auf, vermehrt auf die Beendigung rechtlicher und sozialer Diskriminierung zu achten. Zudem sollten Organisationen und Bewegungen der Zivilgesellschaft als wichtige Partner bei der Umsetzung der Agenda 2030 stärker eingebunden werden.

Als entscheidende Schauplätze für Veränderungen identifizieren die Autoren die derzeit dysfunktionalen Lebensmittel- und Energiesysteme. Doch seien sie laut Messerli gleichzeitig so potent, „dass sie die ganze Welt in die richtige Richtung lenken können, wenn wir es schaffen, sie neu zu konfigurieren“. mm

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