Mitteltiefe Geothermie ist für Wärmenutzung geeignet

27. Februar 2020 07:55

Bern - Die Erdwärme in einer Tiefe bis zu 3 Kilometern lässt sich gut für die Heizung von Gebäudeparks und für industrielle Prozesse nutzen. Das zeigen Forschungen im Rahmen der Nationalen Forschungsprogramme 70 und 71. Offen bleibt die Nutzung für die Stromproduktion.

Die mittlere Geothermie aus Tiefen zwischen 1 und 3 Kilometern weist in der Schweiz gute Voraussetzungen auf, um für die Heizung des Gebäudeparks und für industrielle Zwecke herangezogen zu werden. Das geht aus der Verbundsynthese Geothermie der Nationalen Forschungsprogramme 70 zur Energiewende und 71 zur Steuerung des Energieverbrauchs hervor. In diesen Tiefen hat der Untergrund eine Temperatur zwischen 40 und 100 Grad Celsius. Das ist genug für die Wärmenutzung, aber nicht genug, um Dampfturbinen für die Erzeugung von Strom zu betreiben.

Für die Stromproduktion brauchte es genug Wasser mit Temperaturen von über 100 Grad. Diese sind aber in der Regel in Tiefen zwischen 4 und 6 Kilometern zu finden. Die dafür nötigen Bohrungen und allenfalls die Einspeisung von Wasser könnten Erdbeben auslösen, wie dies in der Vergangenheit in Basel und St.Gallen der Fall gewesen ist. Zudem seien die Investitionen hoch.

Die Forscher weisen aber auf zwei mögliche Ausnahmen hin. So erlaubt eine geologische Anomalie am Grimselpass heissem Untergrundwasser, bis nahe an die Oberfläche zu gelangen. Solche Anomalien könnten für die geothermische Nutzung vielversprechend sein, heisst es in der Verbundsynthese. Eine weitere dieser Anomalien befinde sich im Rhonetal zwischen Saint-Maurice VS und dem Oberwallis. In Lavey-les-Bains VS laufe bereits ein entsprechendes Stromprojekt.

Im Rahmen des Projekts wurde auch die Eignung des Untergrunds für die Speicherung von CO2 untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass nur ein schmaler Streifen zwischen Olten und Schaffhausen mit einer Fläche von 640 Quadratkilometern dafür geeignet wäre. stk

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