Meyer Burger will in Ostdeutschland produzieren

10. Juli 2020 15:03

Bitterfeld/Freiberg - Meyer Burger will an den Standorten Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt und Freiberg in Sachsen Solarzellen und Solarmodule herstellen. Die Aktionäre des Thuner Anlagenbauers haben dafür eine Kapitalerhöhung genehmigt, die 165 Millionen Franken einbringen soll.

Der Anlagenbauer Meyer Burger will in Ostdeutschland eine Produktion von Solarzellen und Solarmodulen aufbauen. Wie der Thuner Anlagenbauer mitteilt, will er in Bitterfeld-Wolfen mit seiner eigenen Heterojunction-Technologie und auf seinen eigenen Anlagen Solarzellen herstellen. Dazu mietet er Gebäude des ehemaligen Solarzellenherstellers Sovello an.

Diese Zellen sollen dann in Freiberg zu SmartWire-Modulen weiterverarbeitet werden. Hier kann Meyer Burger auf eine Produktionsanlage des ehemaligen Solarworld-Konzerns zurückgreifen. Ausserdem erwirbt das Unternehmen aus der Solarworld-Konkursmasse ein modernes Logistik- und Distributionszentrum.

Die Produktion in den beiden Werken soll bereits im ersten Halbjahr 2021 mit einer Kapazität von je 400 Megawatt beginnen. Der Ausbau auf 5 Gigawatt bis 2026 ist geplant.

Meyer Burger hofft, mit der Produktion an den einstigen Erfolgen der Solarindustrie in Ostdeutschland anknüpfen zu können. „Wir freuen uns sehr darauf, zwei der traditionsreichsten Solarstandorte Europas wiederzubeleben und neue Arbeitsplätze zu schaffen“, wird Gunter Erfurt, CEO von Meyer Burger, in der Mitteilung zitiert. „Dass wir bestehende Infrastrukturen und die hohe Fachkompetenz in den Regionen nutzen können, ist eine bewusste strategische Entscheidung, die uns kurze Hochlaufzeiten und eine hohe Produktqualität ermöglichen.“

Erfurt will dabei namentlich der Konkurrenz aus Ostasien entgegentreten. „Mit Meyer Burger gibt es dann wieder einen Anbieter von technologisch führenden Solarzellen Made in Europe“, wird er zitiert. „Fast alle in Europa gefertigten Solarmodule enthalten heutzutage Zellen, die aus Asien kommen.“

Die Mehrheit seiner Aktionäre hat Erfurt dabei hinter sich. Sie haben am Freitag laut einer weiteren Mitteilung mit 81,4 Prozent einer Kapitalerhöhung zugestimmt, welche die Voraussetzung der Neuausrichtung darstellt. Die Aktionäre haben daran allerdings die Bedingung geknüpft, dass auf diese Weise mindestens 150 Millionen Franken aufgenommen werden. Ziel ist ein Bruttoerlös von 165 Millionen Franken. 

Meyer Burger hat bisher nur die Anlagen zur Produktion von Solarzellen gebaut, damit aber während Jahren keine schwarzen Zahlen erreicht. Verwaltungsratspräsident Franz Richter dankte den Aktionären für die Zustimmung zur Neuausrichtung. „Wir werden alles tun, um unser neues Businessmodell zum Erfolg zu führen“, wird er in der Mitteilung zitiert. stk

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