Meyer Burger geht über die Bücher

22. Juli 2019 12:20

Thun BE - Meyer Burger hat im ersten Halbjahr auf Ebene Betriebsergebnis einen Verlust erlitten. Der Solarspezialist überprüft nun Geschäftsmodell und Unternehmensstrategie. Er sieht aber eine hohe Nachfrage für sein effizientes neues Solarmodul.

Das erste Halbjahr 2019 ist für Meyer Burger eine Enttäuschung gewesen. Der Thuner Solarspezialist hat laut einer Mitteilung mit 122 Millionen Franken einen deutlich niedrigeren Umsatz erzielt. Im Vorjahreszeitraum waren es selbst ohne die inzwischen verkaufte Wafering Equipment noch 200,7 Millionen Franken gewesen. Selbst Kostenreduktionen konnten den tieferen Umsatz nicht wettmachen. Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisationen war mit minus 14 Millionen Franken tiefrot. Im Vorjahr war das Ergebnis mit 29,2 Millionen Franken deutlich positiv gewesen. Meyer Burger konnte nur dank des Verkaufs des Wafering-Geschäfts beim Nettoergebnis eine schwarze Null erzielen. Es begründete das Ergebnis mit dem Margenverfall bei Solarzellen und verzögerten Auftragseingängen.

Das Unternehmen kündigte an, sein Geschäftsmodell und seine Unternehmensstrategie zu überprüfen. „Für die Zukunft werden wir alle strategischen Optionen prüfen“, wird Verwaltungsratspräsident Remo Lütolf in der Mitteilung zitiert. „Dazu gehören Gespräche mit industriellen Partnern, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die nachhaltigen Mehrwert für unser Unternehmen und unsere Aktionäre schaffen.“

CEO Hans Brändle wies allerdings auf ein neues Solarmodul hin, das mit der von Meyer Burger entwickelten Heterojunction- und SmartWire-Zellverbindungstechnologie produziert worden ist. „Das mit unserer Technologie produzierte Modul kann zu sehr wettbewerbsfähigen Kosten hergestellt werden und erreicht eine branchenführende Moduleffizienz“, wird Brändle zitiert. „Die erste Fertigungslinie wird in Kürze die Serienproduktion aufnehmen, und die Module finden bereits starke Nachfrage im Highend Segment.“

Meyer Burger informierte in einer separaten Mitteilung, dass ein nordamerikanisches Jungunternehmen Solarzellen mit seiner Heterojunction-Technologie herstellen will. Das Auftragsvolumen könne rund 100 Millionen Franken betragen.

Die Anleger reagierten enttäuscht. An der Schweizer Börse SIX verloren die Meyer Burger-Aktien bis zum Montagmittag 13 Prozent. stk

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