Mehrheit ist mit Regulierungspraxis zufrieden

26. Oktober 2021 12:43

Zürich - Eine relative Mehrheit der Schweizer Stimmbevölkerung ist mit der Regulierungspraxis des Staats zufrieden. Der Zuspruch für Regulierungen hat im Vergleich zu 2016 deutlich zugelegt. Dies zeigt eine im vergangenen Frühjahr durchgeführte Umfrage der Universität Zürich.

Staatliche Vorgaben zum Schutz von Umwelt, Konsumenten und Gesundheit seien in der Schweizer Stimmbevölkerung „praktisch unumstritten“, schreibt die Universität Zürich (UZH) in einer Mitteilung zu einer vom Institut für Politikwissenschaft der Universität erstellten Studie. Für sie haben Forschende des Instituts im März und April vergangenen Jahres 2350 Stimmberechtigte zu ihrer Einstellung zur staatlichen Regulierungspraxis befragt. Den Ergebnissen zufolge ist eine relative Mehrheit von 49 Prozent der Stimmbevölkerung mit der vorherrschenden Praxis zufrieden.

Im Vergleich zur letzten Befragung 2016 sei der Anteil derjenigen, die eine stärkere Regulierungsdichte wünschen, von 10 auf 20 Prozent gestiegen, erläutert die UZH in der Mitteilung. Der Anteil der staatlichen Regulierungen kritisch Gegenüberstehenden ging im selben Zeitraum von 42 auf 31 Prozent zurück. Stärkere staatliche Regulierungen werden den Erhebungen der Forschenden zufolge vor allem aus der Basis von linken Parteien wie SP und Grüne gefordert. In der politischen Mitte habe die Zufriedenheit mit der vorherrschenden Regulierungspraxis seit 2016 erheblich zugenommen, schreibt die UZH.

Dem Gesundheitsschutz kommt aktuell eine sehr hohe Bedeutung zu. „Ausgelöst durch die Corona-Pandemie haben die Sorgen um die Gesundheit den Gesundheitsschutz zur prioritären Staatsaufgabe erhoben“, wird Studienleiter Thomas Widmer in der Mitteilung zitiert. Regulierungsbedarf sehen die Befragten den Erhebungen zufolge darüber hinaus insbesondere in der Finanzbranche.

Auch Regulierungen zum Schutz der Umwelt werden als wichtig erachtet. Hier spielten für die Befragten selbst daraus folgende Kosten eine nur geringfügige Rolle, erläutern die Forschenden in der Mitteilung. Als Beispiel wird dort angeführt, dass sich die Zustimmung zu einem Verbot von Ölheizungen auch dann nicht verändert habe, wenn damit um 5 oder gar 10 Prozent gestiegene Wohnkosten verbunden seien. hs

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