Maurer erwartet Ausfälle in Milliardenhöhe

05. November 2019 15:09

Bern - Der globale Umbau der Unternehmenssteuern wird in der Schweiz zu Steuerausfällen in Milliardenhöhe führen, sagt Bundespräsident Maurer in einem Interview. Der Umbau lasse sich nicht mehr verhindern. Die Schweiz versuche mit Gleichgesinnten, den Schaden zu begrenzen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) arbeitet an einem Umbau der globalen Unternehmensbesteuerung. Der Gewinn von Unternehmen soll künftig nicht mehr nur dort besteuert werden, wo die Firmen ihren Sitz haben, sondern auch dort, wo sie ihren Umsatz erzielen. Das trifft gerade auch die Schweiz, in der viele international tätige Unternehmen ihren Sitz haben. „Auf die Schweiz kommen hohe Steuerausfälle zu“, sagt Bundespräsident Ueli Maurer in einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. „Wir haben ursprünglich gesagt, dass diese zwischen 0,5 und 5 Milliarden Franken liegen werden. Es könnten sogar noch mehr werden.“

Der Umbau des Steuersystems selbst könne wohl nicht mehr verhindert werden, so der Finanzminister. „Wir sind deshalb daran, uns mit gleichgesinnten Ländern in Schadensbegrenzung zu üben.“ Die Schweiz spanne dabei mit Luxemburg, Irland und Schweden und ausserhalb Europas mit Neuseeland, Kanada und Singapur zusammen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien hätten wenig Freude am Umbau. 

Wichtige Entscheidungen würden von der Gruppe der 20 wichtigsten Volkswirtschaften getroffen. Diese G20 werden 2020 von Saudi-Arabien präsidiert. Maurer geht davon aus, dass die Schweiz zum G20-Gipfel eingeladen werde – er war gerade erst mit einer Finanzdelegation in dem Golfland, das unter anderem wegen der Ermordung von Regimekritiker Jamal Kashoggi in der Kritik steht. stk

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