Maske deaktiviert Viren auf Knopfdruck

19. Januar 2021 14:05

Winterthur/Thalwil ZH - ZHAW-Forschende haben mit der Firma Osmotex einen Mund-Nasenschutz entwickelt, der selbstdesinfizierend ist. Seine antivirale und antibakterielle Wirkung liegt bei 99 Prozent. Weitere Anwendungen sind auch bei Textilien in öffentlichen Räumen und Krankenhäusern denkbar.

Spätestens im Frühjahr soll eine neuartige Gesichtsmaske marktreif sein, die sich selbst desinfizieren kann. Sie wurde gemeinsam mit der Thalwiler Firma Osmotex an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) entwickelt. Derzeit wird sie von drei Forschungsgruppen des ZHAW-Instituts für Chemie und Biotechnologie optimiert. Dass sie sicher und gesundheitlich unbedenklich ist, haben sie bereits nachgewiesen. 

„Nachdem wir die Wirksamkeit der elektrochemischen Technologie mit einer Studie im Sommer 2020 dokumentiert haben, arbeiten wir nun daran, diese Technologie für sterile Schutzmasken zu optimieren und alltagstauglich zu machen“, wird ZHAW-Chemiker Chahan Yeretzian zitiert. Spätestens im Frühling soll sie marktreif sein.

Diese Schutzmaske besteht aus einem mehrlagigen Spezialstoff, Elektroden und einer Spannungsquelle. Dank einer integrierten und über einen USB-Anschluss aufladbare Batterie wird auf Knopfdruck eine elektrische Spannung von wenigen Volt angelegt. Diese erzeugt reaktive Sauerstoffmoleküle, die Viren und auch Bakterien zuverlässig abtöten. Damit lasse sich die Maske sogar während des Tragens sterilisieren.

„Je nach Spannung und Aufbau des Textils erreichen wir eine Vireninaktivierung von über 99 Prozent“, so Projektleiter Sebastian Opitz. Die Effizienz könne also je nach Einsatzbereich spezifisch angepasst werden. Infrage kommen neben dem Mund-Nasenschutz auch sterilisierbare Sitzbezüge, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln, Hotels und Büros. Eventuell, so Yeretzian, könnte die elektrochemische Sterilisation „sogar eine Antwort auf die wachsende Problematik multiresistenter Krankenhauskeime sein“.

Das Projekt verfügt über ein Budget von 1,7 Millionen Franken. 902'000 Franken steuert die Förderagentur des Bundes, Innosuisse, bei.  mm 

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