Martin Bürgin spricht über jüdische Geschichte in Baden

26. November 2021 14:41

Baden AG - Der Historiker Martin Bürgin referiert am Sonntag im Historischen Museum Baden über das turbulente Leben von Wolf Dreyfuss und die jüdische Geschichte der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft. Der Vortrag wird auch im Live-Stream übertragen.

„Zachor! – Vom Schutzjuden zum Schlossherrn“ ist der Vortrag des Historikers und Religionswissenschaftlers Martin Bürgin am Sonntag, 28. November, im Historischen Museum in Baden laut der Ankündigung überschrieben. Zachor heisst Erinnere Dich. Zum Inhalt heisst es, zur Zeit der Helvetischen Republik habe der Jude Wolf Dreyfuss für kurze Zeit das Badener Landvogteischloss bewohnt. Dort hatten in der Alten Eidgenossenschaft die Juden, deren Wohngebiet auf die beiden aargauischen Dörfer Endingen und Lengnau beschränkt war, teures Schutzgeld bezahlen müssen. Sie wurden deshalb Schutzjuden genannt. Darauf bezieht sich der Titel des einstündigen Referats von Martin Bürgin. Er berichte über das turbulente Leben von Wolf Dreyfuss und die jüdische Geschichte der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft, heisst es in der Mitteilung.

Bürgin berichtet vom Leben des Wolf Dreyfuss, dem Wortführer der jüdischen Gemeinden von Lengnau und Endingen. Während des knapp fünfjährigen Bestehens der Helvetischen Republik wurde er zu einer einflussreichen Figur. Dreyfuss wurde von der Zentralregierung damit beauftragt, nicht mehr benötigte Immobilien der alten Herrschaft zu veräussern. Eines dieser Häuser war das Badener Landvogteischloss. Anstatt die Anlage zu versteigern, kaufte sie Dreyfuss und richtete im April 1800 seinen Wohnsitz darin ein. Anstelle des Landvogts, das Symbol der Unterdrückung, residierte nun dort ein sogenannter Schutzjude.

Martin Bürgin spricht in seinem Vortrag ab 11 Uhr über diese „besondere Pointe der Geschichte“.  Die Veranstaltung wird auch per Live-Stream übertragen. gba 

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