Logistiker fordern NEAT-Zufahrt aus Frankreich

19. Dezember 2019 14:43

Bern - Die Schweiz soll mit Frankreich und Belgien über den Ausbau eines Korridors für Güterzüge verhandeln. Das fordern die Schweizer Gütertransporteure. Zudem solle die Förderung des unbegleiteten kombinierten Verkehrs bis 2030 verlängert werden.

Die Neue Alpentransversale (NEAT) wird im Dezember 2020 mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels im Tessin fertiggestellt. Doch die Produktivitätssteigerungen im internationalen Güterverkehr dürften nur halb so gross sein wie ursprünglich geplant, heisst es in einer Medienmitteilung von Schweizer Logistikern wie bls cargo, Hupac und SBB Cargo International. Das habe zum einen mit dem verspäteten Ausbau der Zulaufstrecken im Norden der Schweiz zu tun, mit häufigen und unkoordinierten Baustellen, der mangelnden internationalen Koordination der Trassenplanung und zu grossen Steigungen auf manchen Strecken. Deshalb brauche es auch in der Schweiz für 740 Meter lange Züge zwei Lokomotiven. Zudem habe sich die Pünktlichkeit der Züge im kombinierten Verkehr massiv verschlechtert.

Die Güterlogistiker fordern deshalb vom Bund unter anderem Staatsverträge mit Frankreich und Belgien, um die Bahnstrecke auf der linken Seite des Rheins zu einer leistungsfähigen Alternativroute zur rechtsrheinischen Zufahrtslinie durch Deutschland auszubauen. Deutschland solle gedrängt werden, seine staatsvertraglich zugesicherten Massnahmen zum Ausbau der Rheintalstrecke auch umzusetzen.

Die Branche fordert zudem eine Verlängerung der Fördermassnahmen für den unbegleiteten kombinierten Verkehr bis 2030. Ab 2024 brauche es Fördermittel von 55 Millionen Franken jährlich.

Der Bundesrat hatte am 13. November ein Massnahmenpaket zur Stärkung der Verkehrsverlagerung geschnürt. Darin hatte er für die Jahre ab 2024 sogar 90 Millionen Franken vorgesehen, aber nur bis einschliesslich 2026. stk

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