Lärmschutzwände sollen Solarstrom produzieren

27. Oktober 2021 12:10

Bern - Photovoltaikanlagen an Lärmschutzwänden von Nationalstrassen und Bahnstrecken könnten jährlich bis zu 101 Gigawattstunden Strom produzieren. Dies zeigt eine Studie des Bundesamts für Strassen. Der Bundesrat will dieses Potenzial nutzen lassen.

An den Nationalstrassen der Schweiz könnten mit Hilfe von Photovoltaikanlagen an den Lärmschutzwänden jährlich rund 55 Gigawattstunden Strom erzeugt werden, informiert der Bundesrat in einer Mitteilung. Das entsprechende Potenzial an den Schweizer Bahnstrecken wird dort auf rund 46 Gigawattstunden beziffert. Die Werte gehen auf eine Studie des Bundesamts für Strassen zurück. Es hatte die Studie zur Beantwortung eines entsprechenden Postulats von Nationalrat Bruno Storni (SP/TI) in Auftrag gegeben.

Der Bundesrat will die rechtlichen Grundlagen für eine bessere Ausschöpfung des Potenzials für Solarstrom an Lärmschutzwänden schaffen. Derzeit hänge die Entscheidung für die Installierung einer Photovoltaikanlage stark von deren Investitionskosten und der Frage ab, ob der Strom für den Eigenverbrauch genutzt werden könne, heisst es in der Mitteilung.

Das „Klimapaket Bundesverwaltung“ sieht bis 2030 den Ausbau von jährlich rund 35 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien durch das Bundesamt für Strassen vor. Wo das Bundesamt den Strom nicht selbst nutzen kann, sollen die Flächen kostenlos Dritten zur Verfügung gestellt werden.

Mit der Ausarbeitung der nötigen Änderungen der Nationalstrassenverordnung habe der Bundesrat das Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation beauftragt, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Es soll zudem prüfen, inwieweit die Kosten für die Installation von Photovoltaikanlagen entlang der Bahnstrecken aus dem Bahninfrastrukturfonds gedeckt werden können. hs

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