Kriminalität geht zurück

20. September 2019 13:21

Winterthur - Die Zahl der in der Schweiz begangenen Straftaten ist in den letzten Jahren rückläufig. Das subjektive Befinden der Schweizer steht dazu aber im Missverhältnis. Eine Mehrheit geht von steigender Kriminalität aus. Dies stellten Forscher der ZHAW in einer Studie fest.

Für ihre Studie habe die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) im Frühjahr 2018 schweizweit 2111 Personen befragt, informiert die ZHAW in einer Mitteilung. Die Wissenschaftler am ZHAW-Institut für Delinquenz und Kriminalpräventation wollten dabei einerseits die Zahl der in der Schweiz begangenen Straftaten herausfinden. „Andererseits lag für uns ein Schwerpunkt darin, zu ermitteln, wie die Schweizerinnen und Schweizer die Kriminalität und deren Entwicklung persönlich wahrnehmen“, wird Studienleiter Dirk Baier in der Mitteilung zitiert.

Den Erkenntnissen der Forscher zufolge sind schwere Gewalthandlungen in der Schweiz eher selten. Nur 2,1 Prozent der Befragten habe davon berichtet, in den letzten 12 Monaten körperlich verletzt worden zu sein, heisst es in der Mitteilung.

Weniger schwere Delikte kommen hingegen häufiger vor. An erster Stelle rangiert dabei die Cyberkriminalität. Hier berichteten 11,5 Prozent der Befragten, Schäden wie einen Datenverlust oder Datenmissbrauch erlitten zu haben. Opfer einer Sachbeschädigung oder eines Diebstahls waren 10,4 beziehungsweise 6 Prozent geworden.

„Gesamthaft gesehen geht damit die Anzahl von Straftaten in den letzten Jahren zurück“, konstatieren die Forscher der ZHAW. Dies stehe jedoch „in einem Missverhältnis zum Empfinden der Befragten“. Sie hätten zu mehr als der Hälfte die Überzeugung geäussert, „dass die Straftaten in der Schweiz zugenommen haben“. Eine treibende Rolle kommt den Wissenschaftler zufolge dabei dem Konsum privater Fernsehsender zu, während das Lesen überregionaler Tageszeitungen die Angst vor Kriminalität eher reduziere. hs

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