Kreislaufwirtschaft wächst rasch

23. November 2020 14:02

Berlin - Die Kreislaufwirtschaft steigt in Deutschland zu einer wichtigen Wirtschaftsbranche auf. Sie beschäftigt bereits 310‘000 Mitarbeitende und erzielt einen Umsatz von 84 Milliarden Euro. Die  Wertschöpfung ist in knapp einem Jahrzehnt um 31 Prozent auf 28 Milliarden Euro gestiegen.

Die Kreislaufwirtschaft gehört in Deutschland zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweigen. Das geht aus dem zweiten „Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft“ hervor, der von der Prognos AG und der INFA GmbH im Auftrag von 15 Verbänden, Vereinen und Unternehmen erstellt worden ist. Danach erzielte die Kreislaufwirtschaft 2017 einen Umsatz von 84,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 18 Prozent im Vergleich zu 2010. Die Bruttowertschöpfung wuchs im gleichen Zeitraum sogar um 31 Prozent auf 28,1 Milliarden Euro. Die Branche beschäftigte 2019 über 310‘000 Mitarbeitende, ein Zuwachs von 12 Prozent gegenüber 2010.

Die klassische Abfallbewirtschaftung macht laut einer Zusammenfassung des Berichts mit 57,6 Milliarden Euro noch den grössten Teil des Umsatzes. Die Abfalltechnik erzielt 12,15 Milliarden Euro, der Abfallgrosshandel 14,3 Milliarden Euro. Die Abfalltechnik erreichte 2018 bereits ein Exportvolumen von 5,1 Milliarden Euro.

Die Kreislaufwirtschaft trifft aber immer noch auf Hindernisse. So werden Kunststoffabfälle zu 47 Prozent stofflich wiederverwertet, zu 53 Prozent energetisch. 2019 fielen in Deutschland 6,3 Millionen Tonnen Kunststoffabfall an. Eric Rehbock macht für den hohen Anteil der Verbrennung auch die geringe Nachfrage nach Rezyklaten verantwortlich. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung fordert in einem Interview auf der Seite seines Verbandes eine Verteuerung von Kunststoffen aus Plastik durch die Politik. 

„Kreislaufwirtschaft ist längst nicht mehr die Entsorgung von Abfällen“, sagt Rehbock. „Die Vision ist, von der Produktidee, dem Produktdesign, der Produktion und der Verwendung bis hin zur Entsorgung dafür zu sorgen, dass die im Produkt verwendeten Materialien nach Möglichkeit nicht verloren gehen, sondern immer wieder genutzt werden.“ Deutschland stehe dabei aber erst in der Anfangsphase. stk

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