Konkurse sinken trotz Pandemie

07. April 2021 11:38

Neuenburg - Die Zahl der Konkurse ist 2020 trotz Pandemie im Jahresvergleich gesunken. Das Bundesamt für Statistik führt dies auf die Massnahmen zur Unterstützung der Privatwirtschaft in der Pandemie zurück. Das volle Ausmass ihrer Auswirkungen wird sich erst in diesem Jahr zeigen.

Einer Mitteilung des Bundesamts für Statistik (BFS) zufolge ist die Zahl der Firmen- und Privatkonkursverfahren 2020 im Jahresvergleich um 6,6 Prozent gesunken. Konkret haben die Analysten des BFS im vergangenen Jahr 12'912 Eröffnungen von entsprechenden Verfahren gezählt. Dabei seien die Zahlen der Konkurse in allen Grossregionen gesunken, am stärksten im Tessin, heisst es in der Mitteilung.

Angesichts des pandemiebedingten Einbruchs der Wirtschaftsleistung sei eigentlich ein Anstieg der Konkurse zu erwarten gewesen, erläutern die Analysten des BFS. Sie erklären diesen Widerspruch mit den Massnahmen des Bundesrats zur Unterstützung der Privatwirtschaft in der Pandemie. Um die vollständigen Auswirkungen der Pandemie ermessen zu können, müssten die Zahlen von diesem und allenfalls auch des nächsten Jahres abgewartet werden.

Dieselbe Entwicklung haben die Analysten bei den Betreibungsverfahren beobachtet. Auch hier sind 2020 die Zahlen im Jahresvergleich gesunken. Mit einem Rückgang von 13,3 Prozent auf 2,6 Millionen gingen dabei am stärksten die Zahlungsbefehle zurück. Bei Betreibung auf Pfändungen wurde eine Rückgang um 11,8 Prozent auf 1,5 Millionen beobachtet.

Die finanziellen Verluste aus Konkursverfahren lagen 2020 dagegen mit 8,2 Milliarden Franken um das 3,6-Fache über dem Vorjahreswert. Hintergrund ist ein vor knapp 16 Jahren eröffnetes und im Berichtsjahr abgeschlossenes Verfahren mit einem Verlust von 6,5 Milliarden Franken, erläutern die Analysten. Ohne dieses habe die Verlustsumme bei 2,3 Milliarden und damit 30 Prozent unter Vorjahr gelegen. hs

Aktuelles im Firmenwiki