KOF-Professoren fordern Schweizfonds

18. März 2020 13:03

Zürich - Die Coronavirus-Pandemie bedroht Wirtschaft und Unternehmen, meinen die beiden Makroökonomen Hans Gersbach und Jan-Egbert Sturm. Sie fordern die Einrichtung eines mit 100 Milliarden Franken ausgestatteten Schweizfonds. Er soll die Schweizer Wirtschaft stützen.

Durch die Coronavirus-Pandemie drohten „starke Wertschöpfungseinbrüche und eine Insolvenzwelle“, schreibt die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) in einer Mitteilung. Die vom Bundesrat beschlossene Erleichterung der Kurzarbeit und die von ihm bereitgestellten 10 Milliarden Franken reichten nicht aus, um die Funktionsfähigkeit des gesamten Wirtschaftssystems zu sichern.

Abhilfe soll ein Plan der beiden ETH-Professoren Hans Gersbach (Professor für Makroökonomie, Innovation und Politik) und Jan-Egbert Sturm (Professor für Angewandte Makroökonomie und Direktor des KOF Instituts) schaffen. Sie fordern die Einrichtung eines mit 100 Milliarden Franken ausgestatteten Fonds. Aus diesen Mitteln soll „wegbrechende Wertschöpfung zu einem beträchtlichen Teil ersetzt werden“, schreibt die KOF. Unternehmen sollen die für die Aufrechterhaltung der Liquidität und Erhaltung der Arbeitsplätze notwendigen Mittel in Form von Krediten erhalten, die „zu günstigen Konditionen und über lange Zeiträume“ zurück gezahlt werden müssten, erläutern die beiden Professoren in einem Beitrag auf dem Blog Ökonomenstimme.

„Ein Schweizfonds von 100 Milliarden Franken erfordert eine enorme Mobilisierung von Mitteln des Staates“, erläutern die Autoren weiter. Sie machen sich daher für eine temporäre Aussetzung der Schuldenbremse stark. Die Bonität der Schweiz sei nicht in Gefahr, „sofern die Schweiz nach der Pandemie wirtschaftlich wieder auf das Ausgangsniveau an Wertschöpfung zurückkommt“. hs

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