Klimawandel verändert Flüsse

15. März 2021 10:48

Zürich - Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der ETH Zürich konnte erstmals nachweisen, dass es der Klimawandel ist, der die Wassermenge in Flüssen stark verändert. Gewässermanagement und Landnutzung spielen global gesehen keine Rolle.

Der Klimawandel erklärt die weltweit stark veränderten Abflussmengen von Flüssen. Das konnten laut einer Medienmitteilung Forschende aus insgesamt zwölf Ländern unter Leitung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) anhand globaler Daten erstmals belegen.

Bislang war nicht geklärt, ob weltweit deutlich sichtbare Veränderungen im Wasserhaushalt der Flüsse auf den Klimawandel oder auf direkte menschliche Eingriffe wie durch Wassermanagement oder Landnutzung zurückzuführen sind. Nun ist es den Forschenden gelungen, den Einfluss dieser Faktoren aufzuschlüsseln. Ihre Studie ist soeben in der Fachzeitschrift „Science“ erschienen.

Eine Vorgängerstudie hatte Daten aus 7250 Abflussmessstationen weltweit seit 1971 zusammengeführt. Sie bilden den grössten weltumspannenden Datensatz zur Wassermenge in Flüssen, der heute verfügbar ist. Vergleiche dieser Daten mit mehreren Simulationen von Klimamodellen und die Berücksichtigung menschlicher Eingriffe liessen den klaren Schluss zu, „dass die beobachteten Veränderungen ohne den Klimawandel sehr unwahrscheinlich sind“, erklärt Lukas Gudmundsson, Erstautor der Studie und Oberassistent in der Gruppe von Sonia Seneviratne, Professorin am Institut für Atmosphäre und Klima der ETH Zürich. „Das heisst, dass die klimatischen Bedingungen die beobachteten Trends bei den Abflussmengen erklären können.“

Diese Modelle können den Angaben zufolge auch verlässliche Szenarien dafür liefern, wie sich die Menge des verfügbaren Landwassers in Fliessgewässern künftig verändern werde. Solche Projektionen stellten für betroffene Regionen eine wichtige Planungsgrundlage für die Wasserversorgung dar. mm

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