Klimastreik-Bewegung bewertet Finanzinstitute

19. März 2020 11:53

Dürnten ZH - Klimastreik Schweiz hat die erste Klima-Rangliste für inländische Banken, Pensionskassen und Versicherungen veröffentlicht. Die Initiative will damit Druck auf die Finanzinstitute machen, ihre Verantwortung für den Klimaschutz wahrzunehmen. Nur zwei schaffen es in die „Grüne Liste“.

Klimastreik Schweiz hat die Finanzinstitute des Landes auf Nachhaltigkeit geprüft und ein Ranking erstellt. „Wegen mangelnder Transparenz oder Greenwashing“ sei es für Privatpersonen nahezu unmöglich, das eigene Geld ökologisch anzulegen. Die Ranglisten von Klimastreik sollen Einzelpersonen deshalb Orientierung geben. Zudem hofft die Bewegung laut einer Medienmitteilung, durch eine Veröffentlichung den Handlungsdruck auf alle involvierten Akteure zu erhöhen.

Gemäss ihres Engagements für den Klimaschutz wurden die untersuchten Finanzinstitute vier Listen zugeordnet. In die „Grüne Liste“ wurden nur die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) und der Spezialist für nachhaltige Anlagen, Forma Futura, aufgenommen. Beide hätten die Forderungen der parteiunabhängigen Organisation an die Schweizer Finanzinstitute unterschrieben. Deren Inhalt bezieht sich auf die Transparenz und die Wirksamkeit ihrer Finanzflüsse zur Erreichung von null Emissionen bis 2030.

In die „Hellgraue Liste“ schafften es mehrheitlich Versicherungen. Sie haben Abkommen wie die „United Nations-convened Net-Zero Asset Owner Alliance“ oder die „UN Global Compact Business Ambition for 1.5°C“ unterschrieben. Da Versicherungen die ersten seien, die für Umweltschäden zu zahlen hätten, sei es „umso erschreckender, dass der Rest des Schweizer Finanzplatzes die offensichtlichen Marktzeichen nicht lesen kann“, kommentiert Klimastreik. Unter den hier gelisteten acht Unternehmen befinden sich Allianz, Axa, Generali, Swiss Re und die Zurich Versicherung

15 Finanzinstitute landeten in der „Grauen Liste“, darunter Julius Bär sowie die Zürcher und die Berner Kantonalbank (BEKB). Sie haben etwa die UN-Initiativen für verantwortungsvolles Banking oder nachhaltige Versicherungen unterschrieben.

In der „Schwarzen Liste“ befinden sich mit Credit Suisse, UBS, der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und Swiss Life Asset Managers vier Institute. Sie alle werden in internationalen Berichten als Klimasünder geführt, auch wenn sie einer Initiative beigetreten sind, heisst es von Klimastreik. Hier werde der Mangel an verbindlichen und aussagekräftigen inländischen Abkommen deutlich.

Von 100 angefragten Finanzinstituten hätten bislang nur 22 geantwortet. Einige haben die Klimaaktivisten zum Gespräch eingeladen. Im Juni soll das Ranking aktualisiert werden. mm

Aktuelles im Firmenwiki