Klimastrategien dringen auf Markt für nachhaltige Anlagen

19. November 2021 11:49

Zug - Rund 200 der insgesamt 1289 nachhaltigen Fonds in der Schweiz haben eine Klimastrategie implementiert. Die Überprüfung von Fonds auf Klimafreundlichkeit ist jedoch weiterhin schwer. Dies zeigt ein Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern.

Das in nachhaltige Publikumsfonds in der Schweiz investierte Vermögen ist in den letzten zwölf Monaten um 145 Prozent auf insgesamt 775 Milliarden Franken gestiegen, erläutert die Hochschule Luzern in einer Mitteilung zur aktuellen „IFZ Sustainable Investment Studie“. Sie wird alljährlich vom in Zug ansässigen Institut für Finanzdienstleistungen (IFZ) der Hochschule Luzern erstellt. In der aktuellen Studie sind die Forschenden des IFZ insbesondere der Frage nach Klimarisiken und Klimastrategien bei nachhaltigen Fonds nachgegangen.

Den Erhebungen der Forschenden zufolge gehen nachhaltige Fonds häufiger mit den Pariser Klimazielen konform als konventionelle Anlagemöglichkeiten. Dabei setzen 200 der insgesamt 1289 in der Schweiz angebotenen nachhaltigen Fonds eine Klimastrategie ein. „Die Umsetzung der Pariser Klimaziele in Portfolios ist allerdings komplex, unterschiedliche Umsetzungsstrategien führen zu widersprüchlichen Ergebnissen“, erläutert Co-Studienautor Brian Mattmann in der Mitteilung.

Als „Stolpersteine in der Umsetzung“ werden in der Mitteilung unzureichende Verfügbarkeit von belastbaren Daten, Modellierungsmethoden und Zukunftsszenarien genannt. Trotz vorhandener Messgrössen sei es weiterhin kaum möglich, die Klimafreundlichkeit von Fonds zu überprüfen. Zudem bezweifeln die Forschenden, dass in Fonds eingesetzte Klimastrategien generell die Klimafreundlichkeit der Wirtschaft verbessern. „Primär dürften Klimastrategien im Portfolio dazu dienen, finanzielle Klimarisiken und -chancen systematischer zu kontrollieren“, meint Co-Studienautor Manfred Stüttgen. hs

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