Klagen bremsen deutsche Windbranche

25. Juli 2019 15:38

Berlin - Der Zubau von Windenergieanlagen hat in Deutschland mit netto 231 Megawatt an Land im ersten Halbjahr den niedrigsten Stand seit 2000 erreicht. Der Branchenverband macht dafür auch Klagen von Anwohnern verantwortlich. Europaweit wurden 2900 Megawatt an Land installiert.

Das Erneuerbare Energien-Gesetz fördert in Deutschland seit 2000 den Bau von Windkraftanlagen. Wie der Bundesverband WindEnergie (BWE) in einer Mitteilung schreibt, wurden mit 86 Anlagen und einer Leistung von 287 Megawatt im ersten Halbjahr neue Windkraft installiert. Angesichts des Rückbaus alter Anlagen wurden netto nur 35 Anlagen und 231 Megawatt hinzugefügt – so wenig wie nie seit 2000.

Der BWE macht dafür einen Genehmigungsstau bei den Behörden und eine Klageflut der Anwohner verantwortlich. Derzeit stecken geplante Anlagen mit einer Leistung von 11.000 Megawatt im Genehmigungsprozess. „Die derzeitige Schwäche des deutschen Markts liegt nicht an den Unternehmen der Branche, die kosteneffiziente und hochinnovative Produktneuheiten auf den Markt bringen, sondern an politischen Rahmenbedingungen im Bund sowie in einzelnen Ländern“, wird Hermann Albers, Präsident Bundesverband WindEnergie, in der Mitteilung zitiert. „Wir können es uns nicht erlauben, den Lastenträger des künftigen Energiesystems weiterhin in dieser Form auszubremsen.“

Für das gesamte Jahr rechnet der BWE mit einem Zubau von 1500 Megawatt Windkraft an Land. Zwischen 2014 und 2017 lag der Zubau durchschnittlich bei 4600 Megawatt.

In ganz Europa wurden im ersten Halbjahr laut einer Mitteilung von WindEurope 2900 Megawatt an neuer Windkraft an Land installiert. Spitzenreiter war diesmal Frankreich mit einem Bruttozubau von 523 Megawatt, gefolgt von Schweden mit 287 Megawatt und von Deutschland.

Zusammen mit dem Zubau auf hoher See wurden im ersten Halbjahr insgesamt 4900 Megawatt Windkraft installiert. Auf hoher See erreichte Grossbritannien einen Zubau von 931 Megawatt, gefolgt von Dänemark mit 374 Megawatt und Belgien mit 370 Megawatt. Deutschland baute 252 Megawatt auf hoher See zu. stk

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