Karrer lehnt Ausgangssperre ab

20. März 2020 15:34

Zürich - Die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie dürfen die Wirtschaft nicht komplett abwürgen, sagt Heinz Karrer. Der Präsident von economiesuisse lehnt daher eine Ausgangssperre ab. Er spricht sich auch für Direkthilfen an Unternehmen aus.

Heinz Karrer spricht sich in einem Interview mit dem „Tages-Anzeiger“ gegen eine Ausgangssperre zur Eindämmung der Corona-Pandemie aus. „Eine totale Ausgangssperre wäre unverhältnismässig“, sagt der Präsident von economiesuisse. „Die Wirtschaft darf nicht komplett abgewürgt werden, weil sie dann nach der Krise kaum mehr auf die Beine käme.“ Derzeit gehe es um den Schutz der Menschen und um die Sicherung der Spitalinfrastruktur, „aber bald geht es um die wirtschaftliche Struktur unseres Landes“, so Karrer.

Der oberste Interessenvertreter der Wirtschaft fordert zudem, dass der Bundesrat die Beschränkungen auch wieder lockere, sobald dies möglich sei.

Aus der Sicht von Karrer funktioniert die Schweizer Wirtschaft noch. „Ich schätze, dass 80 Prozent der Schweizer Wirtschaft weiterhin laufen.“ Allerdings seien einige Branchen stark betroffen, nicht nur der Tourismus und die Gastronomie, sondern auch die Uhrenindustrie und die Autozulieferer, die kaum noch neue Aufträge erhielten. „Der Wertschöpfungsverlust für die ganze Wirtschaft könnte auf 100 Milliarden Franken ansteigen“, schätzt Karrer.

Karrer fordert daher nicht nur die Möglichkeit der Kurzarbeit für Selbständigerwerbende und Unternehmensinhaber, sondern auch direkte Hilfe für Unternehmen. Die Verteilung der Hilfe solle über bestehende Strukturen laufen. Dazu könnten auch Branchenorganisationen gehören. stk

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