Kanton Genf will stark in Geothermie einsteigen

16. November 2022 15:09

Genf - Im Vorjahr durchgeführte seismische Messungen haben dem Kanton Genf ein hohes geothermisches Potenzial attestiert. Dies will der Kanton für die Deckung seines Wärmebedarfs nutzen. Bis 2050 soll der Anteil 30 Prozent betragen.

Eine von Kanton Genf und den Services industriels de Genève im Herbst 2021 durchgeführte 3D-Seismikkampagne attestiert dem kantonalen Untergrund ein hohes Potenzial für Geothermie, informiert die Genfer Kantonsverwaltung in einer Mitteilung. Dieses Potenzial will der Kanton für die Deckung seines Wärmebedarfs nutzen. Das entsprechende Programm GEothermies sieht einen Übergang von der Erkundung zur Industrialisierung der mitteltiefen Geothermie bis 2026 vor. Bis 2050 sollen 30 Prozent des Wärmebedarfs im Kanton durch Geothermie gedeckt werden. 

„Die Geothermie ist eine der Schlüsselressourcen für die Zukunft von Genf“, wird Antonio Hodgers in der Mitteilung zitiert. „Die derzeit angespannte geopolitische, klimatische und energiepolitische Lage lehrt uns, dass die Substitution fossiler Energieträger und die Unabhängigkeit im Energiebereich dringender denn je sind“, so der für das Departement für Territorium zuständige Genfer Staatsrat.

Neben dem Potenzial für Geothermie zeigten die bei der Kampagne gewonnenen Daten weitere wichtige Details über den Genfer Untergrund auf. So muss beispielsweise die in aktuellen Lehrbüchern und Karten beschriebene Ausrichtung von Verwerfungen korrigiert werden. Für Nathalie Andenmatten-Berthoud ist die Kampagne des Kantons Genf „ein Beispiel, dem man folgen sollte“. Die hier gewonnenen Daten „tragen zu besseren Kenntnissen des Untergrunds bei und zeigen, dass man ohne solche Operationen Gefahr läuft, ein wichtiges Potenzial zu übersehen, das für die ökologische Wende in der Schweiz notwendig ist“, so die Leiterin der Landesgeologie. hs

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