Julius Bär korrigiert Erwartungen

19. November 2019 12:57

Zürich - Abflüsse bei der italienischen Tochter Kairos haben den Zufluss von Netto-Neugeldern bei Julius Bär beeinträchtigt. Die Bankengruppe wird ihr Mittelfristziel in diesem Jahr daher nicht erreichen. Beim Kostensenkungsprogramm wurden hingegen Fortschritte gemacht.

Abflüsse aus den Kairos-Fonds haben die annualisierte Netto-Neugeld-Wachstumsrate der ersten zehn Monate 2019 auf knapp 3 Prozent gedrückt, informiert Julius Bär in einer Mitteilung. Im Gesamtjahr 2018 war noch eine Rate von 4,5 Prozent realisiert worden. Für dieses Jahr geht die Zürcher Privatbankengruppe davon aus, ihr mittelfristiges Ziel nicht erreichen zu können.

Das von Julius Bär verwaltete Vermögen legte im Berichtszeitraum trotzdem um 10 Prozent oder 422 Milliarden Franken zu. Auch die Bruttomarke konnte mit 82 Basispunkten relativ stabil gehalten werden. Im ersten Halbjahr 2019 hatte sie bei 83,2 Basispunkten gelegen. Für den leichten Abfall macht Julius Bär unter anderem geringere Gebühreneinnahmen der italienischen Tochter Kairos verantwortlich.

Der unterdurchschnittlichen Ertragskraft von Kairos will Julius Bär zukünftig durch „eine umfassendere operative Abstimmung und eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen“ gegensteuern, erläutert die Privatbankengruppe in der Mitteilung. In diesem Zusammenhang soll ein Teil des Goodwills auf die Investition in Kairos abgeschrieben werden. Dies werde zu einer Belastung von rund 99 Millionen Franken im Finanzergebnis 2019 führen, informiert Julius Bär.

Das von der Bankengruppe lancierte Kostensenkungsprogramm beginne Wirkung zu zeigen, heisst es in der Mitteilung weiter. Konkret konnte Julius Bär sein Aufwand-Ertrag-Verhältnis von 70,6 Prozent im Gesamtjahr 2018 auf knapp unter 70 Prozent im Berichtszeitraum verbessern. „Unsere Kosteneffizienz nähert sich dem Zielbereich und die Bruttomargen erweisen sich trotz des anspruchsvollen Umfelds als stabil“, wird Philipp Rickenbacher, Chief Executive Officer der Julius Bär Gruppe AG, in der Mitteilung zitiert. „Unser operativer Gewinn und unsere Kapitalschöpfung bleiben somit unverändert robust.“ hs

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